Ehestorf – Ende Januar rollte ein ganzes Haus durch Vahrendorf in Richtung Kiekberg-Museum. Ein spektakulärer Transport, der allerdings

wie berichtet weitestgehend geheim gehalten wurde, da sich wegen Corona nicht allzu viele Schaulustige einfinden sollten. Alle Interessierten, die gerne dabei gewesen wären, sollten sich den Montag, 8. März, vormerken: Dann wird eine Reportage über den Transport im Fernsehen gezeigt.

Spezialisierte Transportunternehmen fuhren das 170 Tonnen schwere Ziegel Haus in einer einzigartigen und filigranen Aktion an ihren neuen Platz im Freilichtmuseum. Am Montag,  8. März um 18.15 Uhr, nimmt die NDR-Serie "Die Nordreportage" die Zuschauer beim beeindruckenden Transport mit. Die dreißigminütige Dokumentation zeigt die aufwendigen Vorbereitungen sowie den langen Weg des Flüchtlingssiedlungshauses aus Tostedt in das Freilichtmuseum. Die Sendung ist danach auch in der Mediathek abrufbar.

Mehrere Monate verfolgte das NDR-Team die Vorbereitungen der Translozierung. Auch den fünf Tage langen Transport des großen Steinhauses an den Kiekeberg begleiteten sie mit ihrer Kamera. Über 32 Straßenkilometer manövrierten Experten das gesicherte Haus von Tostedt ins Freilichtmuseum.

"Mit viel technischem Knowhow, detaillierten Berechnungen und Fingerspitzengefühl bei der Umsetzung ist das Haus zu uns gekommen. Das ist einmalig in Deutschland und für die Museumswissenschaft unglaublich wertvoll", sagt Museumsarchitektin Theda Pahl und ergänzt: "Bis zum Schluss war da eine gewisse Anspannung. Schließlich musste das Haus zentimetergenau auf den vorgebauten Keller abgestellt werden. Das Wetter hat ebenfalls für Spannung gesorgt: Minustemperaturen und Schnee erschwerten die Transportbedingungen." Neben ihren Erklärungen zur Translozierung kommen auch die ehemaligen Besitzer des Hauses sowie der Museumsdirektor Stefan Zimmermann zu Wort.

Das Flüchtlingssiedlungshaus ist ein Teil der Baugruppe "Königsberger Straße. Heimat in der jungen Bundesrepublik" im Freilichtmuseum am Kiekeberg. Sie stellt die Zeit von 1949 bis 1979 dar. Dazu baut das Museum fünf regionaltypische Gebäude mit entsprechender Einrichtung und aussagekräftigen Geschichten auf. Ausstellungen zeigen politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen in Deutschland. Bewohnergeschichten und Einzelschicksale aus der Zeit illustrieren besonders eindringlich die individuellen Auswirkungen. (cb)

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