Harburg - Seit Beginn der Corona-Krise und den damit verbundenen Kontakteinschränkungen stellen die Forstleute des Forstamtes Sellhorn

ein deutlich erhöhtes Besucheraufkommen in den Wäldern fest. Auch die Waldparkplätze an Harburgs Erholungswäldern sind am Wochenende so gut gefüllt, das oft kein freier Parkplatz mehr zu bekommen ist (Foto): Die Menschen in Harburg Stadt und Land zieht es in die Wälder.

Das Niedersächsische Forstamt Sellhorn bewirtschaftet rund 13.000 Hektar Wald und 700 Hektar landwirtschaftliche Flächen. Zusätzlich betreut das Forstamt 520 Hektar Genossenschaftswälder. Mit der Lage der Waldflächen des Forstamtes Sellhorn in der Nachbarschaft zu den Ballungsräumen Hamburg, Lüneburg, dem touristischen Schwerpunkt Lüneburger Heide und dem Regional-Park Rosengarten kommt der Erholungsnutzung eine besondere Bedeutung zu. Hierbei ist die gleichberechtigte Berücksichtigung aller Freizeitnutzungen von der ruhigen Waldwanderung über das Reiten und Kutschenfahrten bis hin zum Mountainbiking eine besondere Herausforderung.

"Der Wald wird als Erholungsraum für Freizeitaktivitäten aller Art von vielen Besuchern neu entdeckt. Als Förster freut es uns natürlich, dass die Menschen den Wald gerne als Ort der Erholung und Entspannung aufsuchen. Leider bringt das Mehr an Besuchern mancherorts auch Schattenseiten mit sich", so beschreibt Förster Claudius Fricke die Situation in der von ihm betreuten Revierförsterei Kleckerwald, zu der auch die Waldgebiete Buchwedel, Tötenser Sunder und Fleestedter Höpen gehören

Das größte Problem dabei ist nicht die Menge an Erholungssuchenden, sondern das Fehlverhalten einzelner Waldbesucher. Besonders problematisch sei das Verlassen der Wege.

„Es wird kreuz und quer durch den Wald spaziert und mit dem Mountainbike gefahren. Dadurch entsteht ein Geflecht aus Trampelpfaden und Mountainbike-Trecks inmitten der Waldbestände. Dieses wiederum führt neben anderen Problemen vor allem dazu, dass wildlebende Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum gestört werden. Besonders jetzt im Winter kann das fatale Folgen für die Tiere haben. Verschärft wird die Situation, wenn zum Verlassen der Wege Hunde nicht angeleint werden oder nach Eintritt der Dunkelheit abseits der Wege Mountainbike gefahren wird“, teilen die Landesforsten mit.

Förster Fricke, der in seiner Freizeit selber gerne in den Harburger Bergen als Mountainbiker unterwegs ist, betrachtet insbesondere so genannte "Night-Vision-Tours" als besonders problematisch für die heimische Tierwelt. Bei den Night-Vision Tours handelt es sich um das Befahren der Mountainbike-Trails nach Eintritt der Dunkelheit. Ein Trend, der sich unter Bikern in der Region zunehmender Beliebtheit erfreut.

Claudius Fricke appelliert: "Es dient uns allen und der Natur, wenn wir uns auch im Wald an die Regeln des guten Zusammenlebens halten. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf andere Waldbesucher und das Ruhebedürfnis unserer heimischen Wildtiere, bleiben Sie auf den Wegen und hinterlassen Sie den Wald und die Waldparkplätze sauber."  (cb)