Eißendorf/Fleestedt - Nach kurzer schwerer Krankheit und doch unerwartet ist Jens-Uwe Brockmann, einer der bekanntesten

Schützen in Harburg Stadt und Land, im Alter von nur 76 Jahren gestorben. Um ihn trauern seine Lebensgefährtin Gisela Berkowski, die Familien seines Sohns Carsten und seiner Tochter Christiane und vor allem die vier Enkeltöchter, zu denen der Verstorbene eine besonders herzliche Verbindung hatte und die sein ganzer Stolz waren.

Jens-Uwe Brockmann, von vielen "JUB" genannt, wurde 1944 in Lüneburg geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Fleestedt und - zumeist in den Ferien - auf dem Hof seiner Großeltern in Heidenau. Dort erlernte er vieles über die Landwirtschaft und das Leben auf einem Bauernhof. Und er packte auch schon in jungen Jahren ordentlich mit an. Seine Schulzeit absolvierte er an der damaligen Volksschule in Sinstorf. Es folgte eine Ausbildung zum Stahlbetonbauer bei der Harburger Firma August Prien.

Nach der Ausbildung wechselte er zur Bundeswehr, wo er sich für eine vierjährige Dienstzeit verpflichtete. Als Pionier war er die meiste Zeit in Hannoversch-Münden stationiert. Beim "Bund" erwarb er alle wichtigen Führerscheine, die er in seinen späteren Berufen einsetzen konnte. Er war dann später immer unterwegs - entweder mit einem Lkw oder zur Freude seiner Fahrgäste im Reisebus - als auskunftsfreudiger und stets gut gelaunter Busfahrer.

Zuletzt  fand er dann doch seine Berufung als Disponent in der in Harburg und Moorburg ansässigen Firma August Ernst, wo er sogar noch bis zum vergangenen Jahr in Teilzeit tätig war.

Bereits im Jahr 1958 gehörte Jens-Uwe Brockmann im jungen Alter von 15 Jahren zu den Mitbegründern der Jungschützen-Abteilung im Schützenverein Fleestedt und Umgebung. Unter der Leitung des damaligen Jugendleiters Hans-Werner Erhorn fanden die ersten Trainingsversuche noch im Garten des Jugendleiters statt. Das Schützenwesen war und blieb dann auch bis zu seinem Tod sein größtes Hobby. Bei den Fleestedter Schützen war "JUB" von 1966 bis 1991 Zweiter Stabführer im Fanfarenzug. Von 1993 bis 1999 war er Zweiter Vorsitzender und von 1999 bis 2003 Erster Vorsitzender der Fleestedter Schützen, deren Vorsitzender jetzt sein Sohn Carsten ist.

Nach seiner aktiven Vorstandszeit gehörte Jens-Uwe Brockmann dem Ehrenrat an und 2018 wurde er zum Fleestedter Ehrenmitglied ernannt. Er war zudem 1972/73 Vizekönig und 1987/88 König des SV Fleestedt. Während der Trauerfeier für "JUB" würdigte Wilhelm Gellers jun., langjähriges Vorstandsmitglied der SV Fleestedt, noch einmal die großen Verdienste von Jens-Uwe Brockmann.

Außerdem war Brockmann 24 Jahre lang Mitglied im Eißendorfer Schützenverein. Dort gehörte er der traditionsreichen Cartwright-Gruppe an. Mit ihnen unternahm er gerne Reisen nach Kreta. Die nächste ist für 2021 vorgesehen, muss nun aber ohne ihn stattfinden. Auch in Eißendorf war er Vizekönig und König. Und wie es für einen Eißendorfer König üblich ist, trat er auch dem Patenverein, der priv. Schützengesellschaft Pappenheim, bei.

Nachdem er seine langjährige Lebensgefährtin kennen- und liebengelernt hatte, trat Jens-Uwe Brockmann im Jahre 2010 auch dem Schützenverein Glüsingen bei und wurde - wen wundert´s - auch hier bald darauf Vizekönig und König. Für seine Verdienste um das deutsche Schützenwesen wurde "JUB" vom Landesverband Hamburg mit dem Ehrenkreuz in Bronze ausgezeichnet.

Jens-Uwe Brockmann hat seinen beiden Kindern sein Schützenblut weitergegeben. So ist seine Tochter Christiane als Erste Kassiererin im geschäftsführenden Vorstand des Eißendorfer Schützenvereins tätig und Sohn Carsten setzt seine Arbeit im SV Fleestedt fort.

Der vierfache Opa liebte seine Enkeltöchter über alles und war immer stolz auf sie, auch wenn sie bislang noch andere Hobbys pflegen als Zielgenauigkeit. (wg)