Harburg – Die Harburger Stadtplaner sind  auf der Suche nach weiteren Flächen für den Wohnungsbau.

Immerhin hat sich der Bezirk im „Vertrag für Hamburg“ verpflichtet, jedes Jahr 800 neue Wohnungen zu genehmigen. Bei der Suche müssen gelegentlich auch alte Zöpfe abgeschnitten werden – wie bei den so genannten „Königswiesen“ am Südrand des Neubauquartiers Vogelkamp Neugraben.

Dort könnten auf einer 4,5 Hektar großen städtischen entlang der Bahn bis zu 150 Wohnungen in mehrgeschossigen Gebäuden entstehen. Das hat das Harburger Amt Stadt- und Landschaftsplanung in seinen Ergänzungen für das  „Wohnungsbauprogramm 2021“ vorgeschlagen. Dafür müsste allerdings ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden, Baubeginn also nicht vor 2024.

Die Macher des Plans Neugraben-Fischbek 65 hatten an dieser Stelle nur einen Gewerberiegel vorgesehen, der vordergründig neue Gewerbeflächen anbieten sollte, der vor allem aber den Vogelkamp vor Bahnlärm schützen sollte. Seit der IBA Hamburg 2013 und nicht zuletzt seit dem internationalen Bauforum zur Entwicklung der Magistralen sind auch Wohnungen an Hauptstraßen oder Bahngleisen nicht mehr tabu – wie jetzt bei den Königswiesen.

Einen Steinwurf weiter östlich hat das Bezirksamt eine weitere Fläche entdeckt, auf der im Geschosswohnungsbau sogar bis zu 250 Wohneinheiten entstehen könnten. Die Fläche „Dorflageweg“ ist eingeklemmt zwischen Bahn  und Süderelbebogen. Die Planer halten die Lärmproblematik für „lösbar“, schwerer dürfte die Verständigung mit den Eigentümern sein. Es ist nämlich keine städtische Fläche, sondern hier m üssten „viele Einzeleigentümer“ überzeugt werden.

Über die dritte Fläche, die das Wohnungsbauprogramm ergänzen soll, wird schon länger geredet: Der Netto-Markt an der Weusthoffstraße soll abgerissen und durch ein oder gar zwei bis zu siebenstöckige Gebäude mit 30 Wohnungen und einem modernisierten Discounter ersetzt werden.

Durch Veränderungen im Einzelhandel können an der Winsener Straße Ecke Gordonstraße weiter 100 Wohneinheiten entstehen. Dazu die Stadtplaner: „Gutes, etabliertes Wohnumfeld mit vielfältigen Grünbezügen. Die vorhandene Gewerbeausweisung wird der Lagegunst der Flächen nicht gerecht. Durch Nachverdichtung und Vermischung mit Wohnnutzung kann der Standort wirtschaftlich stabilisiert werden, ohne die Versorgungsfunktion zu verdrängen.“

Schließlich wird vorgeschlagen, die Kita An der Falkenberg durch einen neuen Komibau mit der Kita im Erdgeschoss und darüber 20 Wohnungen zu ersetzen. ag