Harburg – Das alte Toilettenhäuschen am südwestlichen Ecke des Schwarzenbergparks duckt sich in eine Kuhle,

davor Büsche und hohes Gras. Von der Bissingstraße ist es kaum noch zu sehen. Trotzdem interessiert sich jetzt ein Investor für den maroden Flachbau. Nach Informationen von harburg-aktuell soll er sogar schon einen Bauantrag eingereicht haben. Angeblich will er eine Etage auf das alte Häuschen aufsatteln und dort ein Café eröffnen.

Mehr war bisher nicht zu erfahren – auch nicht, wer den Antrag gestellt hat. Die Bezirkspolitik ist in vertraulicher Sitzung des Regionalausschusses Harburg informiert worden, darf aber noch keine Details preisgeben. Wie trotzdem zu hören war, soll es Probleme mit dem Denkmalschutz geben. Das Toilettenhäuschen an der Bissingstraße Ecke Am Schwarzenberg-Campus ist zwar in der offiziellen Liste der Harburger Baudenkmäler nicht verzeichnet- wohl aber der gesamte Schwarzenberg-Park.

Immer wieder war in den vergangenen Jahren überlegt worden, wie der Flachbau genutzt werden könnte. Mal gab es die Idee, dort Geräte für die Sportaktivitäten von  Studierenden im Park zu lagern, mal gab es den Wunsch nach einer öffentlichen Toilette, weil  sich die Betreiber der Restaurants im Gildehaus immer wieder darüber beklagt hatten, dass Leute aus dem Park ihre sanitären Anlagen benutzen.

Anfang 2019 schließlich hatte das Bezirksamt die alte Toilette als einen jener Räume identifiziert, in denen Musiker „in Ruhe“ proben könnten. Genügend Personal, diese Idee umzusetzen, habe man aber nicht. Eigentlich wäre das eine Aufgabe für die Kreativgesellschaft Hamburg, die Räume für Künstler anbieten soll. Aber auch die lehnte ab. „Die haben Harburg einfach nicht auf dem Schirm“, sagt Heiko Langanke, Vorsitzender des Harburger Kulturausschusses. ag