Harburg – Die P+R Betriebsgesellschaft mbH hat sich entschieden.

Die seit langem geplante Fahrradstation mit 1200 Stellplätzen zwischen Walter-Dudek-Brücke und Hannoverscher Brücke soll nach dem Entwurf des Leipziger Architektenbüros „summacumfemmer“ gebaut werden. Die Einweihung ist für Sommer 2023 geplant.

Der Entwurf der jungen Architekten Anne Femmer und Florian Summa hatte sich im internationalen Wettbewerb gegen 27 Konkurrenten durchgesetzt. Vor allem das „innovative Kunstruktionsprinzip mit Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen“ hatte die Jury, in der unter anderem Hamburgs Oberbaudirektor Franz Josef Höing saß, überzeugt. Anders als viele Mitbewerber hatten die Leipziger Architekten keinen Rundbau, sondern einen Bau mit Schrägdach und einer schrägen Anpassung ans Gelände präsentiert.

In der neuen Fahrradstation sollen neben den Stellplätzen auf mehreren Ebenen auch eine Fahrradwerkstatt mit Waschanlage sowie eine Fahrradvermietung untergebracht werden. Sie bekommt zwei Zugänge, einen auf Straßenebene und einen im zweiten Untergeschoss mit direktem Zugang zur S-Bahn. Die Benutzung wird nicht kostenlos sein, vielmehr wird der Betreiber gestaffelte Mietpries bis hin zum Jahresabo anbieten. Allerdings wird die bewachte Station nicht rund um die Uhr oder an Wochenenden geöffnet sein.

Die Bezirksversammlung hatte sich schon vor drei Jahren für den jetzigen Standort entschieden – allerdings nicht ganz freiwillig. Zuvor hatte dass Bezirksamt sieben Jahre lang mit der Bahn AG um einen geeigneten Platz gerungen. Der damalige Baudezernent Jörg Heinrich Penner und die Bezirksabgeordneten wollten die Station näher am Bahnhof platzieren, doch die Bahn gab sich hartleibig. Schließlich drohte Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof 2017 damit, die zugesagte Finanzierung zu stoppen. Darauf entschied sich die Bezirksversammlung für den jetzigen Standort.

Bei der Vorstellung des Siegerentwurfs im Harburger Stadtentwicklungsausschuss fragte Heinke Ehlers von den Grünen, ob man den großen gelben Ring an der Fassade der Station nicht noch einmal künstlerisch überarbeiten könne. Der Kommentar von den wenigen Gästen der Sitzung wurde dann aber überhört: Man könne doch ein riesiges Porträt von Verkehrssenator Antjes Tjarks anbringen. ag