Wilstorf – Ein Bauzaun rund um das denkmalgeschützte Haus Winsener Straße 32: Wird es nun doch abgerissen?

„Nein“, sagt Bezirksamtssprecher Dennis Imhäuser. „Die Polizei hatte uns über herabfallende Dachteile informiert.“ Darauf sei der Eigentümer aufgefordert worden, das Dach zu sichern. Das sei inzwischen auch geschehen.

Damit geht die scheinbar unendliche Geschichte des leer stehenden Hauses in ein weiteres Kapitel. Sein Erhalt ist nicht nur wegen des Denkmalschutzes gesichert. Es gehört auch zum Gebiet des „vorhabensbezogenen Bebauungsplans Wilstorf 37“. Auf den ersten Blick wirkt das marode Gebäude in dem Plangebiet wie ein Fremdkörper. Aber die Investoren, die das Quartier rund um den bisherigen Rewe-Markt neu ordnen und durch massiven Wohnungsbau aufwerten wollen haben das Grundstück hinter dem historischen Gebäude im Auge. Sie brauchen die Fläche, um dort einen Discounter mit darüber liegenden Wohnungen zu errichten.

Die Sache wäre längst geritzt, wenn der B-Plan Wilstorf 37 glatt durchgegangen wäre. Es hat aber lähmende Verzögerungen gegeben, weil – so die amtliche Begründung – „sich die städtebaulichen Rahmenbedingungen geändert haben“.

Schon 2013 hatte die CDU-Bürgerschaftstabgeordnete Birgit Stöver nach dem Schicksal des denkmalgeschützten Hauses gefragt. Schon damals hatte der Senat Zweifel, ob der aktuelle Eigentümer das Baudenkmal wirklich sichern kann. Die werde vielmehr der Investor übernehmen, der das Gebäude zur Umsetzung seines Vorhabens erwerben muss. Dies wiederum hat sich durch die Verzögerungen im B-Planverfahren ebenfalls verzögert.
Das Haus Winsener Straße 32 ist 1875 gebaut worden und ist Teil einer ganzen Gruppe von Arbeiterwohnhäusern aus dieser Zeit. ag