Harburg – In nicht öffentlicher Sitzung haben mindestens vier Bewerber ihre Konzepte für die künftige Nutzung

der Dreifaltigkeitskirche und ihres Gemeindehauses vorgestellt. Nach Informationen von harburg-aktuell soll aber kein Konzept das Auswahlgremium aus Vertretern des Bezirksamts, der Bezirksversammlung und der Kirche überzeugt haben. Der Kirchenvorstand will sich jetzt zu weiteren Beratungen zurückziehen und seine Entscheidung später noch einmal zur Diskussion stellen.

Wie mehrfach berichtet steht die Kirche im Herzen der Harburger Innenstadt seit vielen Jahren leer. Auch die Aktivitäten der Initiative SuedKultur, die das Gotteshaus mehrere Monate mit Konzerten, Gemäldeverleih und anderen Events bespielt hatte, konnte den Kirchvorstand nicht davon überzeugen, das Gebäude für die weitere Nutzung zu verpachten.

Danach wurden in einem Interessenbekundungsverfahren neue Ideen gesucht, die jetzt präsentiert worden sind. Die „Dreifalt Kulturgenossenschaft für Harburg“ will keine Veränderungen am denkmalgeschützten Gebäudekomplex vornehmen. Aus ihrer Sicht seien schon jetzt alle Möglichkeiten einer kulturellen Nachnutzung gegeben. „Wir sind nicht die klassischen Investoren, die an erster Stelle die Renditeoptimierung anstreben“, sagt Architekt Carsten Lünzmann „Wir sind kulturell interessierte und engagierte Harburger, die diesen Ort erhalten wollen.“

Die Genossenschaft ging allerdings geschwächt ins Rennen, weil sich mit Mathias Lintl eine der treibenden Kräfte des SuedKultur-Zwischenspiels im Streit von der Genossenschaft getrennt hatte. Deshalb soll die Genossenschaft mit einige geschwärzten Textpassagen in ihrem Konzept angetreten sein.

Viel mehr in die Vollen will Stefan Wendt-Reese, Geschäftsführer der Hamburger Baubetreuung (HHBB), gehen. Sein Konzept sieht wie berichtet vor, den Kirchturm abzureißen und durch einen siebenstöckigen Wohnturm an anderer Stelle zu ersetzen. Dazu soll es Gastronomie und Atelierwohnungen geben.

Nach Ansicht des Auswahlgremiums soll dies Konzept allerdings kritisch sein, weil das Gebäudeensemble unter Denkmalschutz steht und der Turm nicht abgerissen werden darf. Andere sollen das Konzept für „überdimensioniert“ halten. Das sind allerdings keine offiziellen Statements.

Über zwei weitere Bewerber ist  so gut wie nichts nach außen gedrungen.  Offenbar soll aber bei beiden die Hamburg Invest Entwicklungsgesellschaft im Spiel sein. Deren Bereichsleiterin Innovationsparks, Dagmar Overbeck, hatte im Februar bei einer Präsentation der „Innovation City Harburg“ im Harburger Stadtentwicklungsausschuss eine entsprechende Idee angedeutet. Demnach könnte das Dreifalt-Ensemble zentraler Treffpunkt für das Innovationsquartier werden. ag