Harburg – Als ob sie es geahnt hatten: Ein Antrag der rot-grünen Harburger Koalition aus dem Januar 2020 hat durch die Ergebnisse

der Koalitionsgespräche auf Landesebene neuen Schub bekommen. SPD und Grüne hatten das Bezirksamt aufgefordert, einen Masterplan für die Hauptverkehrsstraße B73 zwischen Harburger Bahnhof und Landesgrenze vorzulegen. Dabei sollten die Ideen, die während des Internationalen Bauforums 2019 in Hamburg entwickelt worden waren, besonders berücksichtigt werden  –  nämlich eine Reduzierung und Beruhigung des Verkehrs sowie bessere Querungsmöglichkeiten.

Inzwischen haben die Hamburger Grünen – zumindest während  der Koalitionsverhandlungen  – den Bau der A26-Ost akzeptiert, sie betonen aber zugleich, dass dafür neben dem Erhalt der 45 Hektar großen Vollhöffner Weiden auch die B73 „zurückgebaut“ werden soll. Oder soll die Zukunft der B73 nur geprüft werden? Zumindest hat Umweltsenator Jens Kerstan dies nach dem elften Verhandlungstag vor laufender Kamera so verkündet.

Wie auch immer: In Sachen B73 scheint sich etwas zu bewegen. Klar ist: Mit dem Bau der A26 wird sich der tägliche Verkehr auf der B73 von jetzt 33.000 Fahrzeugen verringern. Wie stark der Verkehr reduziert wird, darüber gibt es unterschiedliche Prognosen. Und tatsächlich hat sich Heiko Stolzenburg, der neue Leiter des Harburger Amts Stadt- und Landschaftsplanung, schon den Antrag der Harburger Koalition aufgegriffen und an die Arbeit gemacht. In der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses skizzierte er einen  Zeitrahmen  für die Entwicklung eines Masterplans B73. Demnach ist mit ersten handfesten Ergebnissen nicht vor 2022 zu rechnen sein.

Ohnehin werden diejenigen, die nun auf einen raschen Rückbau der B73 hoffen, viel Geduld aufbringen müssen. Mit einer deutlichen Reduzierung der Verkehrsbelastung auf der B73 kann erst nach Fertigstellung der A26-Ost gerechnet werden. Und die soll frühestens 2028 fertig gestellt werden. ag