Harburg - Schießerei in Heimfeld mit 25 Toten und vielen Verletzten und einem Lynchmord an einem Freikorps-Hauptmann. Das ist kein neuer Harburg-Krimi, der

in diesen Tagen auf den Markt kommt, sondern ein Sachbuch über ein historisches Ereignis von hoher politischer Brisanz, das bis in die heutige Zeit nachwirkt.

Im März 1920 trafen während des Kapp-Putsches in Heimfeld bewaffnete Arbeiter auf eine ebenfalls bewaffnete Freikorps-Brigade, die sich in der Mittelschule in der Woellmerstraße verschanzt hatte. Die Harburger konnten damals noch nicht wissen, dass der Putsch nach nur vier Tagen zu Ende sein würde und verteidigten die gerade errungene Demokratie gegen die rechtsgerichteten Putschisten mit Waffengewalt.

Zum 100. Jahrestag des Harburger Blutmontags haben Fabian Pleiser, Kirstin Rachow, Thomas Steege, Jan Stöver und Regine Wörmer von der Harburger Geschichtswerkstatt noch einmal die Literatur zum Thema gesichtet, die Quellen in den Archiven in Stade und Hamburg recherchiert und die Fakten neu diskutiert.

Herausgekommen ist eine reich bebilderte Publikation, die nicht nur die Ereignisse ausführlich und anschaulich darstellt, sondern darüber hinaus deren unterschiedliche Bewertung in der Weimarer Republik, zur Zeit des Nationalsozialismus und in der heutigen Zeit aufzeigt.

Die neu erschienene 74 Seiten umfassende Publikation der Geschichtswerkstatt Harburg „Der Harburger Blutmontag - Der Kapp-Putsch in Harburg im März 1920“ (ISBN 978-3-943560-06-0) ist für 12 Euro im örtlichen Buchhandel erhältlich. Sobald die Geschichtswerkstatt (www.geschichtswerkstatt-harburg.de) wieder geöffnet hat, wird die Broschüre selbstverständlich auch dort zu erwerben sein. (cb)