Harburg - Mit den Stücken der Musical Kids ist es ein bisschen so, wie mit einem guten Disney-Film. Es ist für Jeden etwas dabei. Für die Erwachsenen gibt es

charmante Gags über zwischenmenschliche Beziehungen im Allgemeinen und die kleinen Unterschiede zwischen der typisch-männlichen und der typisch-weiblichen Sicht auf die Welt im Speziellen. Und bei den Musical Kids Hamburg auch noch über HSV und FC St. Pauli. Für die Jugendlichen gibt es eine spannende Geschichte zum mitfiebern.

Die Kleinen können sich über die etwas trotteligen Außerirdischen amüsieren. Und die ganze Familie wippt im Takt der mitreißenden Songs und lässt sich von der beeindruckenden Kulisse und den bunt-kreativen Kostümen in eine andere Welt entführen.

Mehr als 2000 Zuschauer haben sich bei den vier Vorstellungen des Stücks „Milchstraße Nr. 2“ von Musical Kids Hamburg in der altehrwürdigen Friedrich-Ebert-Halle in Heimfeld jetzt in eine fantasievolle Sternenwelt entführen lassen.

Die Geschichte in Kürze: Ein fieser Geschäftsmann wettet mit der eigentlich ganz sympathischen Geschäftsfrau Emily Petemily, dass er es binnen eines Monats schafft, mehr Geld zu besitzen als sie. Sonst muss er ihr die Hälfte seines Vermögens vermachen. Sein Plan: Er will das Weltall zunächst an sich bringen und dann für viel Geld verkaufen. Allerdings steht ihm dabei das Restaurant „Milchstraße Nr. 2“ im Weg, das nicht ihm gehört, sondern drei Schwestern, die dort mehr schlecht als recht zusammen mit ihrem Koch Poküse und dessen Gehilfen Puschel die nicht vorhandenen Gäste bekochen.

Mit einer List luchst er es ihnen ab – aber am Ende siegt die Macht der Freundschaft, des Zusammenhalts und der Liebe. Und irgendwie auch die Faszination für die Sterne und das Weltall.

Was Autor, Komponist und Regisseur Uwe Heynitz den Musical Kids Hamburg – 40 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren – dabei ins Drehbuch geschrieben hat, ist schwer zu beschreiben. Jedenfalls für alle, die es nicht miterlebt haben. Die Bandbreite reicht von einem Brandstifter mit notorischer Angst vor Feuer, bis zu einem Koch, der es nicht übers Herz bringt, sein geliebtes Gemüse zu zerschnibbeln.

Es gibt synchron-sprechende doppelköpfige Außerirdische und ein Menü, das aus lebenden Fischen und Killertomaten besteht. Sowie eine Psychiaterin, die sich auf Pudel spezialisiert hat und eine Miss Universum, deren Leidenschaft das Voltigieren auf einer Rakete ist.

All diese Charaktere haben die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler mit einer solchen Leichtigkeit und Spielfreude auf die Bühne gebracht, dass manch Zuschauer erst bei der anschließenden Autogrammstunde festgestellt haben dürfte, dass die Darstellerinnen und Darsteller im wahren Leben ganz normale Harburger Jungs und Mädchen sind.

Für die mitreißende Stimmung, die schnell den großen Saal der Ebert-Halle eroberte, sorgten nicht nur die Lichteffekte und Projektionen, die den ganzen Saal in eine Milchstraße verwandelten. Sondern auch die Live-Musik des Universe Sound Orchestras und der Big Band des Friedrich-Ebert-Gymnasiums. Ein bisschen prophetisch war das Stück dann auch noch: Denn irgendwie passte Gag über Heimpleiten des HSV doch sehr gut zum Derby-Wochenende mit der 0:2-Niederlage gegen St. Pauli…

Und um die Vorfreude auf das nächste Stück der Theater-Truppe aus dem Hamburger Süden schon einmal ein bisschen zu wecken, wurde in der Ebert-Halle schon einmal der Titel des  nächsten Weihnachtsmärchens bekannt gegeben: „Die kleine Meerjungfrau“. Die Termine stehen bereits fest: An den beiden Wochenenden 28. und 29. November sowie am 5. und 6. Dezember wird das Stück auf die Bühne des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Sinstorf gebracht. Und einen weiteren Termin sollten sich alle Fans von kindgerechten Musicals noch aufschreiben:  Den 1. Juni 2020 - denn dann beginnt der Vorverkauf für das Weihnachtsmärchen.

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Die kleinen Zuschauer können sich über die etwas trotteligen Außerirdischen amüsieren. Foto: Florian Kleist