Heimfeld - Nach dem Entzug dem Entzug einer besonderen Versorgungsstufe für Früh- und Neugeborene ist das Krankenhaus Mariahilf

erneut im Fokus der Politik. Die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bezirksfraktion, Claudia Loss, sprach von einer "nicht akzeptablen Situation".

Bereits im vergangenen Oktober war die Geburtenstation durch den durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) geprüft worden. Das Ergebnis: Die Helios-Klinik verlor vorerst den Status "Perinazalzentrum Level 2". Damit dürfen dort nicht mehr Frühgeburten oder Mehrlingsgeburten betreut werden. Damit kann die Klinik lediglich Schwangere ab der 32. Schwangerschaftswoche oder Neugeborene ab einem Geburtsgewicht von mindestens 1.500 Gramm versorgen.

Dadurch, so moniert die SPD, sei eine im Süden Hamburgs erforderliche Vollversorgung derzeit nicht gewährleistet. Die sei aber notwendig. Eigentlich sollte das Mariahilf sogar ein "Perinazalzentrum Level 1" werden, an das noch etwas höhere Anforderungen vor allem in Punkto Vorhaltung von Intensivplätzen für Neugeborene gestellt wird. Diesen Level haben in Hamburg nur das UKE, die Asklepios Klinik Barmbek und die Asklepios Klinik Nord. "Es muss jetzt schnellstens geklärt werden, wie der Stand ist und welche Maßnahmen kurzfristig umgesetzt werden, um zumindest den vorherigen Status als Perinatalzentrum Level 2 wiederzuerhalten", so Loss.

Insgesamt wurden vom MDK imn Mariahilf drei Zeiträume in den Jahren 2017, 2018 und 2019 untersucht. Der Klinik wurde nach Kenntnis der SPD der Status als Perinatalzentrum Level 2 für alle drei Zeitpunkte aberkannt.Das dürfte auch finanzielle Auswirkungen haben. Leistungen eines Krankenhauses mit dem "Perinazalzentrum Level 2" werden höher abgerechnet. Jetzt könnten in den letzten drei Jahren zu viel gezahlte Gelder zurückverlangt werden.

 

Gegenüber der Wochenzeitung "Die Zeit" räumte ein Vertreter vom Helios-Konzern Mängel ein, bei denen es sich um "Formalkriterien" handeln soll. Damit hat man beim Mariahilf bereits Erfahrung. 2018 hatte die Klinik mit der Bewertung "unzureichender Qualität" im Bereich Mammachirurgie, also der Behandlung von Brustkrebs, abgeschnitten. Grundlage für die Bewertung war eine Erhebung von Daten durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Auch damals hatte man seitens der Klinik die schlechte Bewertung ähnlich begründet und hatte "Dokumentationsfehler" als Grund für das schlechte Abschneiden angeführt.

Die SPD-Fraktion hat jetzt einen Antrag auf eine Sondersitzung im Februar gestellt, in der, vermutlich mit Vertretern der Klinik, erörtert werden soll, wie es mit der Geburtenstation weiter geht. zv