Ehestorfer Heuweg

Hausbruch - Wenn am Montag, 27. Januar, um 18.30 Uhr die inzwischen dritte Informationsveranstaltung zum leidigen Thema Umbauarbeiten und Sperrung des Ehestorfer Heuwegs beginnt, zu dem der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg (LSBG) ins Landhaus Jägerhof eingeladen hat, ist Zoff programmiert. Angesichts der vielen betroffenen Bürger aus den Stadtteilen Hausbruch und Neugraben sowie der niedersächsischen Ortschaften Ehestorf-Alvesen und Vahrendorf werden es die LSBG-Vertreter sicher nicht leicht haben, sich mit ihren Planungen durchzusetzen.
 
Die Stimmung bei den von den Bauarbeiten und Sperrungen betroffenen Bürger ist denkbar aufgeheizt. Die meisten Betroffenen sind absolut nicht mit der Vorgehensweise des Landesbetriebs einverstanden. Zu ihnen gehört auch Axel Krones. langjähriger Bürgermeister von Ehestorf/Alvesen. Die Einbindung der Bürgerinteressen seien zwar zugesagt worden, wurden aber laut Krones in den beiden vergangenen Jahren nicht oder nur teilweise berücksichtigt. Die Hilfs- und Pflegedienste konnten bedürftige Personen im Bereich Ehestorf-Alvesen nicht mehr erreichen Die Schulkinder aus dem südlichen Bereich Harburg und nördlichen Bereich Rosengarten konnten die Schule nur noch über einen 500 Meter langen Fußmarsch erreichen.
 
Auch mit der (Nicht-)Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen ist Bürgermeister Krones nicht zufrieden. "Durch die Sperrung in den Jahren 2018 und2019 sind zwei Wirtschaftsbetriebe regelrecht abgemeldet worden. Viele Praxen im Bereich Ehestorf haben massive Einbußen hinnehmen müssen", beklagt Krones.

Zugesagt war, dass von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gearbeitet wird, um die Bauzeiten zu verkürzen. Axel Krones: "An keinem Arbeitstag wurde länger als bis 16 Uhr gearbeitet. Eine intensive Arbeit zur Verkürzung der Bauzeit konnte während der vergangenen zwei Jahre nicht festgestellt werden."
 
Während einer vorangegangenen Bürgerversammlung war ein Baustellen-Testbetrieb für Blockverkehr mit Ampelschaltung zugesagt worden. Krones: "Fakt ist, dass dieser Testbetrieb nie probiert wurde." Dem Ehestorf-Alvesener Bürgermeister leuchtet ein, dass die Sicherheit in der Baustelle gewährleistet sein muss. Auf Grund der zu geringen Breite im Verkehrsraum wurde auch deswegen ein einspuriger Verkehr eingerichtet. Axel Krones: "Dieser hätte aber etwa 50 Zentimeter breiter gebaut werden können - und der ÖPNV wäre machbar gewesen." Seit vielen Monaten fahren die Busse der Linie 340 zum Leidwesen der Fahrgäste nicht mehr bis nach Neuwiedenthal und nach Neugrabenn, sondern nur bis zur Haltestelle Ehestorf-Hohlredder.
 
Für den 2. Bauabschnitt ist der Verkehrsraum jetzt 3,5 Meter breiter. Es könnte somit nach Ansicht von Axel Krones ein geregelter Blockverkehr mit Ampelschaltung eingerichtet werden. Der ÖPNV könnte gemäß dem alten Fahrplan wieder bis zur Rudolf-Steiner-Schule und nach Hausbruch und Neugraben durchgeführt werden - in beiden Richtungen. Seine Forderung: Öffnung des Ehestorfer Heuwegs in beiden Fahrtrichtungen, Segmentierung der Baustellen in 400-Meter-Bereiche und Führung des Verkehrs in diesem Bereich durch Blockverkehr mit Ampelschaltung. Bei fünf Blöcken auf dem Streckenabschnitt ergibt sich für den Anliegerverkehr aus den Nachbarstraßen nur in einem Block die Zuführung von zwei Nebenstraßen.
 
Axel Krones: "Das wäre mit Zusatzampeln intelligent zu regeln." Schließlich wissen die Anwohner und Lieferdienste, welche Beachtung sie dem Verkehr hier widmen müssen. Zusätzlich ist die micro-globale Betrachtung des Süderelberaums mit den Baumaßnahmen zu berücksichtigen. Die Berücksichtigung der Steiner-Schule ist zwar wichtig, ließe sich aber durch die Blockverkehrsschaltung für alle Schüler, auch die aus dem Süden kommenden, realisieren. Ansonsten müssen rund 10 bis 15 Prozent der Schüler durch Harburg und die B 73 anfahren. Für das Frühjahr 2020 erwartet Krones einen Verkehrsinfarkt, weil es an der B 73 im BereichCuxhavener Sraße weitere umfangreiche Baustellen geben wird.
 
Krones und ein großer Teil seiner Mitstreiter erwarten am Montag im Landhaus Jägerhof hitzige Debatten. Das wird keine leichte Aufgabe für die Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg. Der Bürgermeister: "Die Herrschaften müssen sich warm anziehen." Erst kürzlich benötigte ein Notarzt auf dem Weg von Neugraben nach Ehestorf zu einem Patienten mit Herzinfarkt-Verdacht rund eine Dreiviertelstunde. Krones: "Glücklicherweise ist alles gut ausgegangen." dl