Harburg - „Geh nicht in den Wald allein.“ Das ist eigentlich eine Warnung, die ahnen lässt, dass eben in diesem Wald nicht nur

schöne Dinge auf Kinder warten. Aber wenn die Musical Kids Hamburg - genauer gesagt drei quirlige Fledermäuse und drei launische Waldschrate – dieses Lied singen, dann wissen Jung und Alt im Saal: Es wird vielleicht ein bisschen gruselig, aber am Ende wird alles gut und auf dem Weg dahin wird so manches Mal herzhaft gelacht.

Das Lied aus der Feder von Komponist und Theater-Chef Uwe Heynitz war nur eines von vielen Stücken, aus dem neuesten Weihnachtsmärchen „Hänsel und Gretel“. An den vergangenen beiden Wochenenden wurde es auf die Bühne des Immanuel-Kant-Gymnasiums gebracht. Sechsmal. Sechsmal ausverkauft. Im Publikum waren viele Stammgäste, das war bei den Gesprächen auf dem Flur zu hören. „Ihr wart doch auch bei Aladdin im letzten Jahr?“, „Zum wievielten Mal seit ihr denn dabei?“. Diese Fragen wurden oft gestellt.

Und es lohnte sich auch diesmal. Denn die Kinder und Jugendlichen brachten in dem Stück eine solche Spielfreude auf die Bühne, dass es immer wieder Szenenapplaus gab. Egal ob nach den dramatischen Stellen, in denen die böse Mutter dem Vater befiehlt, die Kinder in den Wald zu bringen, und die Szene mit der Botschaft ans Publikum beendet: „Was guckt ihr denn so? Eine muss schließlich die Böse sein!“ Oder nach den lustigen Szenen, als zum Beispiel eine Fährfrau die streitlustigen Waldschrate nach einem genau auskalkulierten Schema über einen Fluss bringt. Und dann, als eigentlich Hänsel und Gretel an der Reihe wären, Feierabend macht.

Für besonders viele Freudenstürme im Publikum sorgten allerdings die Fledermäuse. In einer Szene, in der sie einen Brotteig in einem großen Kessel backen wollen, veranstaltet das Trio eine herrliche Sauerei aus allerhand schleimigem und pudrigem Zeug. Während sie das tun, haben die drei Kinder aber nicht nur einen spürbar riesigen Spaß. Sie singen auch sauber und textsicher zu dritt ihr Lied. Und genau diese Kombination aus kindlicher Begeisterung und Professionalität sorgt mit dafür, dass viele Zuschauer seit Jahren immer wiederkommen. Und auf der Heimfahrt wurde diesmal in so manchem Auto mit Sicherheit die Melodie von „Geh nicht in den Wald allein“ gesummt.

Aber auch in diesem Jahr heißt es für die Musical Kids Hamburg: Nach dem Stück ist vor dem Stück. Denn am 20. und 21. Februar bringt die musik- und theaterbegeisterte Truppe aus dem Hamburger Süden „Milchstraße Nr. 2“ auf die Bühne der Friedrich-Ebert-Halle. Mit 13 Pop-Songs, live gespielt vom „Universe Sound Orchestra" und der Big-Band des Friedrich-Ebert-Gymnasiums unter der Leitung von Christoph Posselt.

Die Geschichte ist nicht nur spannend, sondern regt auch zum Nachdenken an: Das Weltall ist bedroht! Der geldgierige Eduard meint, das Sternenreich für „richtig viel Geld“ verkaufen zu können. Dummerweise steht mittendrin mit der Adresse „Milchstraße Nr.2“ ein Rasthaus, das ihm nicht gehört, und dessen Besitzerinnen partout nicht verkaufen wollen. Das Unglück nimmt seinen Lauf.

„Milchstraße Nr. 2“ ist eines der schönsten und beliebtesten Werke des Rosengarten Komponisten und Autors Uwe Heynitz. Es gab bereits Aufführungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Heynitz sagt selbst über sein Stück: „Mit hinreißender Musik, Witz und Philosophie bringt es den Zuschauern die Welt der Sterne näher.“

Auch optisch verspricht „Milchstraße Nr. 2" einiges: Wie im Planetarium haben die Zuschauer die Illusion, mitten im All zu sitzen, mit einem riesigen Saturn über ihren Köpfen. Passenderweise hat auch Thomas W. Kraupe, der Direktor des Planetariums, die Schirmherrschaft für das Stück übernommen. Es ist geeignet für Kinder ab 5 Jahren und auch für Erwachsene ein Genuss.

Die Vorstellung sind am 20. und 21. Februar jeweils um 18 Uhr. Tickets gibt es in jeweils zwei Preiskategorien: für Kinder bis 16 Jahre und Rollstuhlfahrer (Preiskategorie 1: 9,20 Euro; Preiskategorie 2: 7 Euro)  und für Erwachsene (Preiskategorie 1: 13,60 Euro; Preiskategorie 2: 11,40 Euro). Tickets gibt es bei der Theaterkasse im Phoenix Center (040) 767 58 68 6 oder online unter: www.musicalkids-hamburg.de  (cb)

Hänsel und Gretel und die böse Hexe. Foto: Florian Kleist

An den vergangenen beiden Wochenenden wurde das Stück es auf die Bühne gebracht. Sechsmal. Undd es war sechsmal ausverkauft. Foto: Florian Kleist