Hamburg - Wer träumt nicht davon, Raum und Zeit zu überwinden und in eine andere Epoche einzutauchen? „Archäoskop“

heißt das brandneue multimediale Gerät, das die Bewohner Hamburgs und ihre Gäste ab sofort auf dem Domplatz zu Zeitreisen einlädt. Im Beisein von Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, stellte das in Harburg ansässige Archäologische Museum Hamburg gemeinsam mit der Bürgerstiftung Hamburg dieses „Fernrohr in die Vergangenheit“ am Mittwoch vor.

Der Ort dafür konnte passender nicht sein: An kaum einem anderen Ort in Hamburg reichen archäologische Schichten so tief wie im Kern der Hamburger Altstadt, am Domplatz. Hier lag vor 1200 Jahren die Keimzelle Hamburgs, die Hammaburg. Hier haben die Experten des Archäologischen Museums in mehreren Ausgrabungen den Mythos rund um die Entstehungsgeschichte der Hansestadt gelüftet. In jahrelanger Feinarbeit haben die Archäologen die historischen Überlieferungen mit ihren aktuellen Grabungsergebnissen verknüpft und das Puzzle zur frühen Stadtgeschichte neu zusammengesetzt.

Bis jetzt gab es allerdings auf der grünen Oase im Schatten der Petri-Kirche nur wenige Hinweise auf die einstige historische Bedeutung des Platzes. Das soll sich nun ändern: Auf dem Domplatz wird ab sofort ein „Archäoskop“, das wie ein futuristisches Fernrohr wirkt, eine Zeitreise ins 9. Jahrhundert zu den Anfängen der Hansestadt ermöglichen.

„Mit dem Archäoskop schlägt das Archäologische Museum erneut einen innovativen Weg ein, um die Geschichte des Domplatzes zu erzählen. Durch das Zusammenspiel von realer und virtueller Darstellung können die Besucher des Platzes die Geschichte der Stadt an Hamburgs Gründungsort neuartig erleben", sagte Museumsdirektor Professor Rainer-Maria Weiss.

Das multimediale Gerät ist um 360 Grad schwenkbar und gewährt so einen Rundumblick über den Platz, auf dem einst die Hammaburg stand. Schaut man durch das Archäoskop, so betritt man in virtueller Realität den rekonstruierten Domplatz, wie er sich vor Jahrhunderten dem Besucher dargeboten hätte. Mit Hilfe neuester Animationstechnologie und eines etwa dreiminütigen Films werden die historischen Schichten des heutigen Domplatzes freigelegt, visualisiert und erklärt. Die Animationen werden durch eine Hörstation akustisch untermalt, ein Sprecher erläutert das Gezeigte. Das Angebot wird in Deutsch und Englisch zur Verfügung gestellt und lädt kostenfrei zum Zeitreisen ein.

Das Archäoskop ist ein Gemeinschaftsprojekt: Es wurde durch die „Stiftung Hamburg Verbundenheit“ ermöglicht, einer Treuhandstiftung unter dem Dach der BürgerStiftung Hamburg. Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Firma „Timescope“. Das Start-up aus Paris hat in Frankreich bereits mehrere „Zeitreisen“ realisiert und setzt mit dem Archäoskop sein erstes internationales Projekt um. (cb)