Harburg – Es ist eine kleine Schar, die sich jedes Jahr auf Einladung der „Initiative Gedenken in Harburg“ am 10. November auf dem

jüdischen Friedhof auf dem Schwarzenberg trifft, um an die Geschehnisse  in der Reichspogromnacht zu erinnern. Einen Tag nachdem die Nazis 1938 im ganzen „Deutschen Reich“ Synagogen und andere jüdische Einrichtungen niedergebrannt hatten, zündelten sie auch in Harburg.

„In diesem Jahr ist es mehr als Gedenken und das Aussprechen von Scham und Schuld, mehr als Respektbezeugung gegenüber den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, den Ermordeten und Vertriebenen“, sagte Harburgs Pröpstin Carolyn Decke. „Wir blicken auf Jom Kippur, den Tag der Versöhnung.“ Vor kurzem sei den Deutschen am höchsten jüdischen Feiertag auch der Schreck in die Glieder gefahren. Decke: „Mit dem Attentat in Halle ist uns allen bewusst geworden, wie zerbrechlich unsere Humanität ist.“

Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen erinnerte an die Worte eines ihrer Amtsvorgänger, des früheren Bezirksamtsleiters Michael Ulrich, der bei einer Gedenkfeier auf dem jüdischen Friedhof die zwei Voraussetzungen benannt hatte, die verhinderten könnten, dass Nazis oder andere jemals wieder die Oberhand gewinnen – nämlich die Rechtsstaatlichkeit und lebenslanges Lernen.

Die immer größer werdende Schar zog anschließend zum Synagogen-Mahnmal an der Ecke Harburger Ring/Eißendorfer Straße, um nach kurzen Ansprachen von Jürgen Heimath, Vorsitzender der Bezirksversammlung, und von Klaus Barnick von der „Initiative Gedenken in Harburg“ Kränze niederzulegen. ag