Harburg – „Wann hört die endlich auf?“  Der erste Eindruck, den die beiden international besetzten Teams von Stadtplanern

von der B73 hatten, war ernüchternd. Sie waren zum 7. Hamburger Bauforum eingeladen worden, das sich vorgenommen hatte, Ideen für die Zukunft von sieben Hamburger Magistralen zu entwickeln. Bei der ersten Kontaktaufnahme des Straßenzugs Buxtehuder Straße, Stader Straße, Cuxhavener Straße staunten die Planer über das scheinbar endlose, in Wirklichkeit von der Harburger Innenstadt bis hin zur Landesgrenze auch nur gut sieben Kilometer lange Band aus Mehrfamilienhäusern, Tankstellen, Baumärkten, Burger-Aufwärmern, Kirchen, Moscheen,  einem bisschen Wald und hier und da auch ein paar Einzelhäusern.

Ein knappes Vierteljahr nach dem Bauforum in den Deichtorhallen war Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing in den Stadtentwicklungsausschuss nach Harburg gekommen, um ein paar Ideen für die südlichste Magistrale vorzustellen. Die „Ausfallstraßen“ waren schon früher in den Blickpunkt geraten, weil unter anderem der NABU Hamburg  sie als Flächenpotenzial für bis zu 100.000 neue Wohnungen identifiziert hatte. Höing: „Das hört sich so an, als seien die Magistralen ein Abwurfplatz für möglichst viele Wohnungen.“ Anderseits dürfe man nicht vergessen, dass an Hamburgs Magistralen, „bei aller Sprödheit, die diese Plätze ausstrahlen“, schon jetzt 140.000 Menschen wohnen.

Schade, dass Höing sich trotz der im Ausschuss nur beschränkt zur Verfügung stehenden Zeit immer wieder – allerdings mit unterhaltsamen Formulierungen – ins große Ganze  verlor. So gab es für die Bezirkspolitiker wenig Konkretes, immerhin aber dies: Wenn die Verkehrswende gelingen soll, dürfe es nicht bei Sonntagsreden bleibe, es müssten Taten folgen. Und da komme auf den Bezirk ein große Chance zu. Dann nämlich, wenn die A26-Ost endlich fertig sei. Dann könne die Magistrale B73 neu gedacht werden, ohne dass dies zwangsläufig zu einem Verkehrschaos führe. Höing: „Wir werden den Straßenraum der Magistrale neu aufteilen müssen. Es muss ja nicht gleich die Stadtbahn sein, aber eigene Fahrbahnen für Radfahrer müssten drin sein.“

Die Bezirkspolitiker hörten sich das alles an – und schwiegen. Einzig der SPD-Abgeordnete Frank Wiesner meldete sich zu Wort, wies auf dringendere aktuelle Projekte der Stadtplaner wie die Landschaftsbrücke zwischen Harburger Innenstadt und Binnenhafen hin und fragte Höing, ob er Harburg dabei unterstützen würde. Höing äußerte sich ausweichend – wohl wissend, dass man in Harburg empfindlich auf nicht eingehaltene Versprechen reagiert. ag