Hausbruch - Verkehrskoordinator Christian Merl nimmt kein Blatt vor den Mund. "Wenn das nicht funktioniert, kommen wir in Teufels Küche",

sagt der Experte der Fachbehörde. "Das", das ist die Baustelle auf der Waltershofer Straße Ecke Cuxhavener Straße. Sie wird die Verkehr im Bereich Süderelbe im kommenden Jahr stark behindern.

Vor allem von April bis Oktober 2020, wenn die Waltershofer Straße gesperrt sein wird und auf der Cuxhavener Straße in dem Bereich nur ein Fahrstreifen je Richtung zur Verfügung stehen, wird es problematisch. Dann wird der Verkehr, der von der Waltershofer Straße kommt und in Richtung Westen, also Buxtehude will, durch das Wohngebiet Neuwiedenthal geführt. Wer über die Cuxhavener Straße in Richtung Neugraben oder in Richtung Harburg will, wird sich gleichzeitig bis August über eine Fahrspur je Richtung quälen müssen.

Merl macht klar, dass es keine Verschiebung geben wird. Die Maßnahmen sind eng mit den Bauarbeiten auf der A7 abgestimmt. Dort muss man den Zu- und Ausfahrtsbereich zum Elbtunnel, der eigentlich eine Brückenkonstruktion ist, völlig erneuern. Schon jetzt steht dort eine Unterstützkonstruktion, weil sie marode ist.

Dann ist der auf Stelzen stehende Teil der Autobahn dran, der mit einer Länge von acht Kilometern Deutschlands längste Brücke ist. Sie wird verbreitert. Dabei hat man noch Glück. "Die Ingenieure in den 60er Jahren waren unglaublich schlau", sagt Merl. Sie haben in der Mitte der beiden Fahrtrichtungen so viel Platz gelassen, dass dort die zwei Fahrspuren eingebaut werden können, die heute benötigt werden. Von 2020 bis 2026 sollen diese Arbeiten dauern. Zwar gibt es dann weiter je Richtung drei Fahrspuren. Die sind aber verengt, was erfahrungsgemäß in dem Bereich erhebliche Behinderungen mit sich bringt.

Die während der Sperrung der Waltershofer Straße geplante Umleitungsstrecke. Foto: André Zand-Vakili

Die Waltershofer Straße ist in der Zeit eine wichtige Ausweichstrecke. Sie wird den Verkehr aufnehmen müssen, der auf der A7 wegen der Bauarbeiten keinen Platz hat. Dafür muss die Ausweichstrecke fit gemacht werden. Der Einmündungsbereich der Waltershofer Straße in die Cuxhavener Straße hatte sich dabei als Schwachpunkt entpuppt. Die sogenannte Trageschicht, die unterste Schicht der Straße ist, so hatten es Kernbohrungen ergeben, ist kaputt. Sie muss erneuert werden. Warum die umfangreiche Grundsanierung nötig ist, beschreibt Merl so: "Wenn es da unten bricht, haben wir alle nichts gewonnen. Dann steht der gesamte Verkehr, auf der B73 und auf der A7." Das wäre keine Option. "Das Problem ist es, dass wir 120.000 Fahrzeuge pro Tag, inklusive Schwerlastverkehr und Hafenverkehr, auf der A7 abwickeln können müssen", sagt Merl.

Wegen der engen und aufeinander abgestimmten Taktung der Arbeiten auf der A7, gibt es auch keinen Spielraum für den Zeitplan der Baustelle auf der Cuxe. Merl: "Alles was wir heute verschieben bedeutet, dass wir so einen Tüddel haben, dass wir überhaupt nicht bauen können."

Zumindst werden in der Bauzeit auf der Cuxe in dem Bereich auch die Versorgungsleitungen erneuert und die maroden Siele, die in den nächsten Jahren ohnehin saniert werden müssten, erneuert.

Dass der Ehestorfer Heuweg dann immer noch gesperrt sein könnte, weil niemand weiß, welchen Umfang die Probleme durch Einstürze im Bereich des ehemaligen Bergwerks haben, sei unglücklich. "Die acht, neun Monate, die wir dort unten Schwierigkeiten haben, sind in Kauf zu nehmender, als sechs Jahre permanente Behinderung auf der A7", sagt Merl.

Beginnen werden die Bauarbeiten an der Cuxhavener Straße bereits am 21. Oktober. Die erste Phase mit anschließender Winterpause, wird noch ohne Beeinträchtigungen für den Verkehr sein. Auch kann sich der Ablauf innerhalb der gesteckten Grenzen durch die Witterungsverhältnisse ändern. zv

Der Ablaufplan für die Baustelle auf der Cuxhavener Straße und Waltershofer Straße. Foto: André Zand-Vakili