Harburg - Das Wohnschiff "Transit" ist leer. Bereits vergangene Woche ist der letzte Bewohner von Bord gegangen. Seitdem

wird "klar Schiff" gemacht. Die Kabinen werden ausgeräumt. Auch vor dem Wohnschiff an Land war die Stadtreinigung bereits aktiv. Nur noch ein Hausmeister ist an Bord.

Weg wird die Transit vorerst wohl nicht kommen. Experten rechnen nicht damit, dass das Wohnschiff in der Sturmflutsaison weggeschleppt wird. Erst ab Frühjahr sei realistisch damit zu rechnen, dass das Wohnschiff aus dem Binnenhafen entfernt wird. Vorher müssen noch die Pfähle gezogen werden, die ein Wegtreiben des Wohnschiffes verhindern. Dafür muss HPA einen Spezialkran ordern. Im Hafen heißt es: Allein dafür wird ein Vorlauf von 14 Wochen benötigt. Über eine Anschlussverwendung wurde nichts bekannt. Angeblich, so hieß es bereits im Frühjahr, würde der Eigner das Schiff gern vor Ort liegen lassen.

Das wird vom Bezirk strikt abgelehnt. Man befürchtet einen Fall wie beim Schrottschiff „Gloria D“. Das ehemalige Bäderschiff lag seit Juli 2004 acht Jahre lang an verschiedenen Liegeplätzen im Binnenhafen. 

Die 110 Meter lange Transit war Ende 2014 in den Binnenhafen geschleppt worden. Ende Februar 2015 zogen die ersten der Flüchtlinge ein. Später wurden auch Obdachlose einquartiert. Die geplante Bewohnerzahl von über 200 wurde nie erreicht. Auch waren es nicht, wie angekündigt, überwiegend Familien, die einzogen.

Große Probleme vor Ort gab es nie. Vermutlich auch, weil sich die Flüchtlingshilfe Binnenhafen intensiv um die Bewohner kümmerte.

Für die Stadt war es ein finanzieller Flopp. Über 120.000 Euro Miete kassierte der Eigner pro Monat. Das entsprach einer Kaltmiete von rund 84 Euro pro Quadratmeter. Der Mietvertrag ist jetzt fristgemäß nach fünf Jahren ausgelaufen. Die Option, die Transit für weitere fünf Jahre zu mieten, wurde nicht genutzt. zv