Harburg - Die Situation an der Baustelle Ehestorfer Heuweg wird immer schlimmer: Vor einigen Wochen gab es wie berichtet eine

ungeplante Vollsperrung wegen einem Braunkohlefund, jetzt legt ein „Tagesbruch“ die Arbeiten am Ehestorfer Heuweg lahm.

"Am 11. September hat sich ein sogenannter Tagesbruch während der Bauarbeiten am Ehestorfer Heuweg gebildet. Dabei handelt es sich um eine Versackung, die etwa 50 bis 80 Zentimeter groß ist und eine Tiefe von rund fünf Metern hat", teilte die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation am Donnerstag mit. Derzeit ist dieses Loch mit zwei Stahlplatten provisorisch abgedeckt.

Der Tagesbruch befindet sich an der Straße Zum Bergwerk. Und dort scheint der Untergrund löchrig wie ein Schweizer Käse zu sein. Schon jetzt sind mehrere

Einsturzsstellen festgestellt worden.  Vermutliich wurden die ehemaligen Stollen des Bergwerks nicht verfüllt, wie ursprünglich angenommen. Im benachbarten Wald gibt es viele Stollen, die bereits eingestürzt sind (kleines Foto links). Bevor die Arbeiten fortgesetzt werden können, muss der Bereich weiträumig und gründlich untersucht werden. All das wird für zusätzliche Kosten sorgen, die viel höher als geplant ausfallen werden.

Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) hat nach sofortiger Rücksprache mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Niedersachsen daraufhin den Bereich großräumig gesichert und die Arbeiten im Umfeld eingestellt. Ein Bergbau-Ingenieurbüro hat noch in der letzten Woche mit der gutachterlichen Begleitung begonnen. Der LSBG hat außerdem die Feuerwehr beauftragt, mögliche CO2-Austritte festzustellen. Es wurde tatsächlich ein erhöhter CO2-Wert am Tagesbruch gemessen, ein deutlicher Hinweis auf den Durchbruch zum alten Bergwerksstollen.

Aktuell wird der Bereich kontinuierlich kontrolliert, besonders mit Augenmerk auf die angrenzende Schule. Die Ergebnisse werden protokolliert. "Die bis zum 28. September geplante Vollsperrung kann nicht aufgehoben werden. Nach jetziger Erkenntnislage wir diese bis Ende des Jahres aufrecht erhalten werden müssen", sagt Pressesprecher Christian Füldner.

Im Ehestorfer Heuweg hatte der LSBG in einem 200 Meter langen Bereich vor der Landesgrenze zu Niedersachsen eine Deckensanierung geplant. Weder der Fahrbahnzustand, noch das Umfeld erforderten eine umfangreiche Grundinstandsetzung. Es bestand kein Bedarf für tiefer gehende Boden-Erkundungen. Demzufolge sind die Baugrunduntersuchungen nur auf den Straßenflächen erfolgt, die instandgesetzt werden sollten.

Bei diesen Untersuchungen wurden keine Aufwerfungen des Asphalts (sogenannte Verdrückungen) festgestellt. Daher ist der LSBG zu diesem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass der Stollen verfüllt ist und die Böden somit tragfähig sind. Dies wurde durch die Baugrunduntersuchungen bestätigt, bei der keine Auffälligkeiten festgestellt wurden.

Im Bauverlauf wurden alte Versorgungsleitungen in der westlichen Nebenfläche gefunden, die nicht im Katasterregister verzeichnet sind. Daher konnten die neuen Versorgungsleitungen nicht in diese Nebenflächen verlegt werden. Aus diesem Grund kam es zu Planungsanpassungen im Bauablauf. Die Versorgungsleitungen müssen unter die Fahrbahn gelegt werden, was einen kompletten Neuaufbau der Fahrbahn zur Folge hatte. Für diese Maßnahme ist ein wesentlich tieferer und umfänglicher Bau notwendig.  (cb)