Harburg - Der Secondhandshop „Schwester Henny“ des DRK Harburg wird am Sonnabend, 5. Oktober, um 15 Uhr zur

Lesebühne für eine junge Autorin mit einer besonderen Lebensgeschichte: „Warum einfach, wenn‘s auch Stine geht?“ heißt der Band mit autobiografischen Kurzgeschichten, den die Hamburgerin Stine Hansen in dem geräumigen Ladengeschäft im Harburger Ring 8 bis 10 vorstellt. Der Eintritt ist frei.

„Übelster Start ins Leben - aufzugeben ist keine Option.“ So beschreibt die Autorin knapp, was sie seit ihrer schwierigen Kindheit begleitet. Sexueller Missbrauch in der Familie, dreißig Umzüge, 20 Jobs, zwei Ausbildungen: Von diesen Erfahrungen erzählt sie unter anderem in ihren Kurzgeschichten. Zeitweilig lebt sie im Ausland, benötigt jahrelang ambulante Psychotherapie, hält sich mehrfach stationär „in der Klapse“ auf.

Hochsensibilität und Vielbegabung machen ihr Leben auch heute noch anstrengend. Doch gegen alle Widrigkeiten setzt Stine Hansen ihren starken Selbstbehauptungswillen: „Wer hat behauptet, dass es einfach wird?“ Die Lesung dauert etwa eine Stunde, im Anschluss besteht die Möglichkeit, Fragen zum Thema zu stellen.

Es ist das erste Mal, dass das DRK zu einer Lesung in den Secondhandshop „Schwester Henny“ einlädt. „Wir haben hier schon Modenschauen gemacht und gemerkt, dass der Raum mit seiner tollen Atmosphäre nicht nur für den Verkauf von trendiger Secondhandmode und Accessoires geeignet ist, sondern auch für andere kleinere Veranstaltungen“, erklärt Rosa Schlottau vom DRK, die den gut 100 Quadratmeter großen Shop gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Verkaufsteam führt. Zwar sei das Thema „sexueller Missbrauch“ kein angenehmes, so Rosa Schlottau weiter. „Als DRK setzen wir uns jedoch auf vielen Ebenen dafür ein, auch solchen schwierigen Erfahrungen Raum zu geben.“

Das Harburger Rote Kreuz hat den Shop „Schwester Henny“ im Harburger Ring 8-10 im Frühjahr 2018 eröffnet. Zum Kauf angeboten wird gespendete, von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sorgsam ausgewählte, hochwertige Bekleidung für Männer und Frauen. Die Erlöse fließen sozialen Projekten zu wie dem „Kinderteller“ in Neuwiedenthal oder dem Harburg-Huus für Obdachlose. Mehr Infos gibt es mit einem Klick hier. (cb)