Hausbruch – Üble Überraschung für Pendler und andere Autofahrer im Süderelberaum: Der Ehestorfer Heuweg wird kurzfristig schon ab Montag, 26. August voll gesperrt.

Für mehr als einen Monat! Läuft alles nach Plan, wird die Straße am 28. September wieder wie bisher abwechselnd zumindest in eine Richtung freigegeben. Eigentlich war eine Vollsperrung erst für Dezember angekündigt worden.

Doch bei der Sanierung des Ehestorfer Heuwegs läuft eben längst nicht alles nach Plan. Grund für die kurzfristig Vollsperrung: Im Untergrund der Fahrbahn sind Braunkohlenreste gefunden. Die sind aber nicht sehr tragfähig, deshalb muss jetzt ein umfangreicher Bodenaustausch vorgenommen werden. Kleiner Trost: Anlieger können die Grundstücke jederzeit über extra angelegte Behelfswege erreichen.

Bisher sind die Anlieger noch nicht über die vorzeitige Vollsperrung informiert werden. Jedenfalls auf der Internetseite „Anliegerinformationen“ des Landesbetriebs Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG), der den Heuweg saniert, war bis gestern Abend nur die bisher geplante Sperrung im Dezember zu finden. Dafür sind die Fraktionen in der Bezirksversammlung sind schon informiert worden.

Die FDP hat als erste reagiert: „Es ist doch keine Überraschung, dass dort Braunkohlenreste gefunden wurden“, sagt der Harburger Bürgerschaftsabgeordnete Dr. Kurt Duwe. „Allen Beteiligten hätte bekannt sein müssen, dass das Braunkohlebergwerk Robertshall in unmittelbarer Nachbarschaft war.“ Er frage sich, warum der LSBG die Bodenqualität nicht im Vorfeld analysiert und die Baumaßnahmen darauf ausgelegt habe. Außerdem sei noch offen, ob es im Dezember weiterhin zu der angekündigten Sperrung komme und welche Mehrkosten durch den Planungsfehler entstanden sein. Duwe will das mit einer Kleinen Anfrage an den Senat klären.

„Wie hier mit den Bürgerinnen und Bürgern umgegangen wird, hat was von Rumschubsen auf dem Pausenhof“, sagt Viktoria Isabell Ehlers, FDP-Fraktionsvorsitzende in der  Bezirksversammlung. „Auf welche Planungen im Straßenverkehr kann man sich eigentlich noch verlassen? Verzögerungen, Verlängerungen und nun auch noch überraschende Vollsperrungen. Die Baustellenplanung in Hamburg ist katastrophal!“ ag