Harburg - Nur hinter verschlossenen Türen wurden kurz vor der Bezirkswahl Harburgs Politiker über eine Entwicklung unterrichtet,

die Einfluss auf die Entwicklung der Harburger Innenstadt haben kann. Es geht um das Gebäude, das am Platz des mittlerweile abgerissenen Harburg-Centers gebaut werden soll. 220 Wohnungen und Flächen für den Eimnzelhandel sollten dort bis 2021 fertiggestellt sein.

"Derzeit prüft der Projektentwickler Anpassungsoptionen. Die weiterführenden Planungen haben dem Projektentwickler gezeigt, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit geprüft werden sollten und gegebenenfalls umgesetzt werden. Ob sich die Fertigstellung des Neubaus durch die Überprüfung der Anpassungsoptionen verschiebt, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingeschätzt werden, da die Entscheidungen zum Projektablauf noch nicht abschließend bekannt sind", heißt es auf Nachfrage aus dem Bezirksamt.

Die Antwort lässt Deutungen zu. Die fallen, je nach Partei, unterschiedlich aus. Während seitens der SPD, die den Vorsitz im Stadtplanungsausschuss stellt, die Mitteilung der Verwaltung als eine Art "Zwischenstandinformation" ohne absehbare Auswirkungen am Verlauf des Projektes gesehen wird, kommen aus der CDU Bedenken. Dort sieht man deutliche Verzögerungen auf das Projekt zukommen. So heißt es, dass ein komplett neues Bauvorbescheidsverfahren durchgeführt werden müsse, wenn es bei den Änderungswünschen bleibe. Allein das würde Jahre dauern. Mit der Einschätzung steht die CDU nicht allein da. Auch aus anderen Parteien kamen vergleichbare Einschätzungen.

Die vage Aussage des Bezirksamtes zeigt bereits worum es geht. Der BPD Immobilien GmbH, die das Harburg-Center vor über zwei Jahre gekauft hatte, ist die Umsetzung der ursprünglichen Pläne offenbar zu teuer geworden. Insbesondere soll es um eine zweite Ebene für Stellplätze gehen, die von der Politik für die Genehmigung des Bauvorhabens eingefordert wurde. Das ist einer von mehreren Punkten, die die Baukosten für den Investor in die Höhe treibe. Dazu gehört auch die Treppe, die zum Seevaplatz runter gehen soll. Sie soll vom Investor nicht nur bezahlt werden. Sie macht auch Teile des Gebäudes für Einzelhandel uninteressant.

Dazu kommt, dass die Baupreise in den letzten Jahren durch den Bauboom deutlich angestiegen sind. Insider sprechen von 15 bis 20 Prozent Mehrkosten. "Das ist dann die komplette Marge", sagt einer, der es wissen muss.

Das Harburg-Center war rund zehn Jahre lang Ärgernis und Schandfleck im Innenstadtbereich.  Von der BPD Immobilien GmbH gab es trotz mehrerer Anfragen bislang keine Stellungnahme. zv