Heimfeld - Dieter Urbach steht noch immer unter Schock: Rund 20 Jahre hat er mit seiner Familie im Milchgrund 33

gelebt. Das Reihenhaus gehört zu dem Ensemble aus zehn Häusern, das 1928 erbaut worden ist, und nun für einen Neubau abgerissen wurde. Bei den Baggerarbeiten wurde Mittwoch die Bombe gefunden.

"Nur wenige Meter von der Fliegerbombe entfernt sind unsere Kinder aufgewachsen, wird haben ohne es zu wissen neben dem gefährlichen Weltkriegserbe gelebt", sagte der 56-jährige Dieter Urbach gegenüber harburg-aktuell.

Im Jahr 1998 sind die Urbachs in das Reihenhaus des Eisenbahnbauvereins mit der Nummer Milchgrund 33 gezogen. Damals waren seine Kinder ein und drei Jahre alt. "Da die Häuser abgerissen werden sollten, sind wir dann im Oktober 2017 ausgezogen. Ganz schön gruselig jetzt zu erfahren, dass dort eine Bombe gelegen hat", sagt Urbach, der mittlerweile in Marmstorf lebt. Gebannt hat er die Nachrichten und Berichte über Bombenentschärfung den ganzen Abend über mitverfolgt.

Besonders bewegt Urbach derzeit die Tatsache, das die Häuser ja schon dort standen, als die Bomben vom Himmel fielen. "Da muss doch jemand bemerkt haben, das dort ein riesiges Loch hinter den Häusern war", sagt Urbach und fügt hinzu: "Da hätte man doch Alarm schlagen müssen, wenn man plötzlich einen Bombenkrater im Garten hat."

Eine Antwort auf diese Fragen wird Dieter Urbach nicht mehr erhalten: von den Nachbarn, die in den Häusern während des zweiten Weltkriegs gelebt haben, ist niemand mehr am Leben.  (cb)