Langenbek - Es ist die Chance, eine besondere Erfahrung zu machen: Wer sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im

DRK-Hospiz in Langenbek entscheidet, erlebt Trauer, aber auch Lebensfreude und Humor. Das weiß Leonie, die im Sommer ihr FSJ im Haus am Blättnerring beendet. Dann wird wieder ein Platz frei für einen jungen Menschen, der sich gemeinsam mit dem 30-köpfigen Team um schwerkranke Gäste kümmern möchte. Bewerben ist ab sofort möglich.

In ein paar Wochen ist für Leonie das FSJ beendet - was sie mitnimmt, ist der 19-Jährigen sehr bewusst: „Mir ist hier neben der hauswirtschaftlichen und pflegerischen Tätigkeit glasklar geworden, wie wertvoll mein Leben ist, auch wenn das klingt wie ein Kalenderspruch. Ich habe gemerkt, dass ich gut mit dem Tod umgehen kann, dass ich die Belastung verkrafte und zugleich sensibel bleibe. Der Tod ist hier nicht immer das zentrale Thema und jeder Gast entscheidet, ob wir darüber sprechen oder nicht.“

Was eigentlich als Überbrückung bis zum Beginn der Ausbildung zur Ökotrophologin gedacht war, änderte sich für Leonie durch ein FSJ im DRK-Hospiz: „Ich weiß jetzt, dass ich beruflich in den pflegerischen Bereich gehen und nicht Diätassistentin werden möchte“, erklärt sie. Deshalb steht ab Herbst der nächste Schritt, eine Pflege-Ausbildung mit dualem Studium im Krankenhaus Winsen, an.

Fällt das Stichwort „Pflege“, dann lächelt Leonie und ihre grau-blauen Augen strahlen gleich mit: „Ich mag medizinische Themen, ich mag es, nahe am Patienten zu sein, ihm fachlich zu helfen“, erklärt sie. Deshalb wird sie in den kommenden Wochen in diesem Bereich noch mehr Praxiserfahrung sammeln.

Als FSJ-lerin ist sie aber auch mit den Hauswirtschafts-Kolleginnen im täglichen Kontakt. Denn im Hospiz wird in einer offenen Küche für die 12 Gäste und ihre Angehörigen alles selbst gekocht. „Essen ist ein wichtiges Thema und Spaß am Kochen und Backen sollte man schon mitbringen“, erklärt Leonie.

Dass sie selbst vor kurzem auch für eine schwerkranke Frau da sein konnte, hat sie als positiv  empfunden. „Ich saß nur an ihrem Bett und habe ihre Hand gehalten. Sie wollte, dass ich bleibe. Zu wissen, dass sie das brauchte und ich das geben konnte, macht mich froh.
Sie starb in der nächsten Nacht.“ Wie wichtig die FSJ-ler im Hospiz sind, betont Britta True, Leiterin des Hauses. „Für unsere Gäste und uns sind diese jungen Menschen eine echte Ergänzung des Teams. Sie begeistern durch ihre Offenheit, ihre Energie, sie sind unvoreingenommen. Das strahlt auf alle ab.“

Das FSJ gilt als ehrenamtliche Tätigkeit ohne Gehalt, es gibt aber ein Taschengeld. Für Bewerbungen im DRK-Hospiz bitte Kontakt aufnehmen zu: Britta True, Telefon 040/ 33 42 41 612, Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!      (cb)

Mehr Informationen unter: www.hospiz-harburg.de und www.freiwilligendienste-hamburg.de