Heimfeld - Immer wieder tauchen bei Bauarbeiten in Harburg Relikte aus längst vergangenen Tagen auf. So wurde im

September letzten Jahres wie berichtet bei den Bauarbeiten am Ehestorfer Weg das historische Kopfsteinpflaster freigelegt. Und auch bei den Arbeiten für die neue

Trinkwasserleitung in Heimfeld kam jetzt ein altes Stück Harburg ans Tageslicht zurück: Die mehr als 100 Jahre alten Schienen der Straßenbahn und Teile des alten Kopfsteinpflasters schlummerten unter der Asphaltschicht und wurden jetzt freigelegt.

Von 1907 bis 1957 fuhr die Straßenbahn von Harburg bis nach Heimfeld. Im Wald an der Kuhtrift wendeten die Züge und fuhren wieder zurück. Noch heute ist der Verlauf der
Kehre im Wald gut erkennbar (kleines Foto).  "Bis 1953 fuhr die Linie 34 und später die Linie 42, die am 1. Oktober 1957 eingestellt wurde", sagt Klaus Barnick von der Geschichtswerkstatt Harburg. Anschließend fuhren Busse nach Heimfeld. Noch heute heißt die Linie 142. Die letzte Straßenbahn in Harburg fuhr im Jahr 1971.

Rund 130 Meter der alten Trasse werden derzeit von den Mitarbeitern der Firma Vorwerk freigelegt, denn ein Schienenstrang liegt genau dort, wo später die Leitung unterirdisch verlaufen wird. In Höhe der Triftstraße verschwenkt die Schiene auf die andere Straßenseite. Die Schienen hören in Höhe Kuhtrift auf.

Eine Überraschung war der Fund der Schienen während der Bauarbeiten nicht, denn sie waren in den Plänen eingezeichnet, sagte ein Mitarbeiter der Firma Vorwerk gegenüber harburg-aktuell. Mit einer Spezialsäge wurde der stählerne Schienenstrang in etwa fünf Meter lange Stücke geteilt, die nun nach und nach mit dem Hydraulikbagger freigelegt werden. (cb)

Ein Foto aus dem Jahr 1918: Die Straßenbahn fährt die Heimfelder Straße hinauf. Foto: Geschichtswerkstatt Harburg

Relikt aus vergangenen Zeiten: Die freigelegte Straßenbahnschiene in Heimfeld. Foto: Christian Bittcher