Eißendorf - Große Aufregung herrschte am Dienstag in der Pausenhalle der Stadtteilschule Ehestorfer Weg: Seit Anfang des Jahres

gibt es einen Briefwechsel zwischen Schülerinnen und Schülern der Schule am Ehestorfer Weg und einer Schule in Myanmar - und jetzt sollten die Briefe an die Schüler verteilt werden: Ein Hauch von Exotik an der STS Ehestorfer Weg.

124 Briefe hatte Dorothea Scharff, die Abteilungsleiterin der Klassen 5 bis 7 hat diesen Austausch organisiert, dabei. Doch bevor sie die Briefe an die Schüler der Klassen 5a, 7c, Englisch 8 Plus und 9c verteilte, gab es eine kleine Präsentation über das Land und die Lebensverhältnisse in Myanmar. Dabei ging es auch um den bewaffneten Konflikt mit der Volksgruppe der Rohingya, in Norden des Landes.

Eine Brieffreundschaft mit einem Schüler aus Myanmar ist sehr selten: Neben den Schülern aus Harburg unterhält in Hamburg nur noch die Gorch Fock Schule in Blankenese einen Briefkontakt nach Myanmar.

Initiiert wurde der Briefkontakt von Lehrerin Dorothea Scharff, die ehrenamtlich bei der Stiftung Life arbeitet, die in Myanmar verschiedene Projekte unterstützt. "Bei einem Besuch im Herbst 2017 drückte mir Nyein Ei Swe einen Stapel Briefe in die Hand mit der Bitte Ausschau nach einer Partnerschule für den Briefkontakt zu halten", erinnert sich Dorothea Scharff.

Die junge Frau ist die Schulleiterin der "Basis education middle school" in Chaing/Pakoko. "Pakoko ist eine sehr ländliche Region; kaum Internet, Post gibt es nicht. Wir tragen die Briefe persönlich hin und her", erklärt Scharff. Viele Personen, die mit der Stiftung life zu tun haben, nehmen das Postpaket mit und bringen die burmesischen Briefe zurück. Scharff: "Ich selbst werde im Herbst 2019 Postbote sein, weil ich dann wieder nach Myanmar reisen werde."

Jetzt werden die Schüler im Englisch-Unterricht an den Antwort-Briefen arbeiten. "Vermutlich werden die Antworten im Januar oder Februar zurück nach Myanmar gehen. Gut Ding will Weile haben; die Burmesen oder Myanmaren - wie man sie heute nennt -  gehen immer mit Ruhe an alle Aufgaben, die sie dann aber nachhaltig erledigen. Das sollten wir jetzt auch tun", sagt die Lehrerin.  (cb)

Lehrerin Louise Ehrmann und einige ihrer Schüler der 5a mit den Briefen aus Myanmar. Foto: Christian Bittcher