Neuenfelde – Ist das alte Haus noch zu retten? Wenn es nach der SAGA ginge, würde die rund 250 Jahre alte, denkmalgeschützte  Bauernkate Hasselwerder Straße

abgerissen werden. Doch für den CDU-Bezirksabgeordneten Lars Frommann ist das nur die letzte von mehreren Möglichkeiten. Für ihn hat die „denkmalschutzwürdige“ Sanierung der Kate Vorrang. Wenn das nicht möglich sein sollte, will er, dass das leersteehende Bauernhaus Stein für Stein, Balken für Balken abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut wird. Die Bezirksversammlung teilt Frommanns Auffassung und hat seinem Antrag zugestimmt.

Die SAGA hatte die Kate zum 1. Juli 2015  übernommen und seit dem – so Frommann – „nichts für den Erhalt als Denkmal unternommen“. Das Wohnungsunternehmen bestätigt zwar den Kauf den Immobilie vor gut drei Jahren, aber „im derzeitigen Zustand“. Von Versäumnissen könne also keine Rede sein. SAGA-Sprecher Gunnar Gläser lässt auch keinen Zweifel daran, was das Unternehmen mit dem Haus vorhat: „Aus unserer Sicht ist nur ein Abbruch möglich.“ Das Gebäude sei wegen seines baulichen Zustands nicht nutzbar, eine Sanierung sowie eine weitere Nutzung als Wohngebäude „wirtschaftlich nicht darstellbar“.

Obwohl diese Gegend schon immer eher von großen Obsthöfen geprägt war, gab es Ende des 18. Jahrhunderts an der Hasselwerder Straße auffallend viele kleinere Wohnhäuser, in denen Handwerker, Tagelöhner und sogenannte Eigenwohner lebten. Die großen Betriebe hatten ihnen ein kleines Stück Land abgetreten, um sich so dem hohen Arbeitsaufwand zur Unterhaltung der Deiche und der Entwässerungsgräben zu entziehen. Das Denkmalschutzamt beschreibt die Kate so: „Der reetgedeckte Bau mit einseitiger, straßenzugewandter Kübbung (niederdeutsch für: Anbau) zeigt in seinem nordwärts orientiertem Giebel kräftige Hauptständer mit jeweils einem Innenkopfband.“ ag