Grabung

Harburg - Die Archäologen des Harburger Museums werden sich erneut auf die Suche nach den Anfängen Hamburgs machen: Im Herzen der

Stadt, im Bereich der sogenannten „Neuen Burg“ im Nikolaiquartier, wird ab sofort eine sechsmonatige Ausgrabung durch das Archäologische Museum Hamburg durchgeführt.

Das Gebiet rund um den Hopfenmarkt birgt ein für Hamburg einzigartiges Bodendenkmalensemble. Hier begann vor fast 1.000 Jahren die Entwicklung Hamburgs von der Burg zur Stadt. Die Archäologen wollen dem Boden an einem der geschichtsträchtigsten Plätze Hamburgs seine letzten Geheimnisse entlocken, bevor die Neubebauung des Grundstückes startet und alle archäologischen Spuren vernichtet werden.

Auf dem 119 Quadratmeter großen Grabungsfeld sind archäologische Funde der zwischen 1021 und 1024 errichteten Ringwallbefestigung der „Neuen Burg“ im Erdreich erhalten. Diese sollen nun vor der Neubebauung ausgegraben und wissenschaftlich dokumentiert werden.

Bereits in den Jahren 2014/15 haben die Archäologen auf dem südlich angrenzenden Grundstück Reste des Walles der Neuen Burg ausgegraben. Damals sorgten sie schon für eine Überraschung: Sie konnten durch dendrochronologische Untersuchungen nachweisen, dass die Neue Burg rund 40 Jahre älter war als zuvor angenommen und dass die sogenannte „Alsterburg“, die in vielen historischen Quellen erwähnt wird, nicht existiert hat.

Auf der aktuellen Grabungsfläche am Großer Burstah 19 bis 21, Ecke Hahntrapp 4, hoffen sie nun, neue wichtige Ergebnisse ermitteln zu können, so zum Beispiel die ehemalige Wallhöhe sowie den weiteren Wallverlauf. "Da die Straße Großer Burstah nach dem heutigen Kenntnisstand der Archäologen dem Verlauf eines bereits im 11. Jahrhundert genutzten Handelsweges folgt, wäre es möglich, während der Grabung in den Bereich einer ehemaligen Toranlage zu gelangen", sagt Beate Trede vom Archäologischen Museum, und fügt hinzu: "Auf dem Grabungsfeld könnten sich zudem Reste der später entstandenen Kaufmannssiedlung befinden." (cb)