Harburg - Das neuerliche Gerangel um die im Bundesverkehrswegeplan bereits beschlossene A26 stößt auf breite Kritik. Es geht um die "Hafenpassage", das Stück zwischen A7 und A1. "Die Planungen zeigen deutlich die Entlastungswirkung der A26 für die B73 auf", so Franziska Wedemann, Vorsitzende des Wirtschaftsvereins. "Es ist unverständlich, dass ein im Bundesverkehrswegeplan verabschiedetes Projekt, für dessen Umsetzung sachliche Gründe sprechen, ideologiegetrieben verhindert werden soll."

Es geht um die  Hamburger Grünen, die sich im Bezug zur A26 so verhalten, wie in es die Partei bereits mit ihrem Standpunkt zum Braunkohleabbau in Lützerath getan hat. In der Regierungsverantwortung ist man dafür, der A26 Weiterbau ist im Koalitionsvertrag mit der Hamburger SPD beschlossen. Hinterher torpediert man das Projekt.

Dabei hängt gerade für Harburg viel an dem Weiterbau der A26. Bislang belastet der Verkehr, der täglich über die B73 und auf der parallelen Strecke rollt, die den Bereich zwischen Harburg und Neugraben sowie den Binnenhafen. Die A26 würde, das zeigen alle Berechnungen, deutlich Verkehr aus diesem Bereich nehmen und wie eine Ortsumgehung wirken.

"Es ist Zeit, dass auch der grüne Koalitionspartner sich dieser Wirklichkeit stellt, und dem Bezirk die Lebensqualität zubilligt, die den Menschen im Hamburger Süden auch zusteht", so Wedemann.

Birgit Stöver, Bürgerschaftsabgeordnete der CDU aus Harburg sieht in der Abkehr der Hamburger Grünen vom Koalitionsvertrag in Sachen A26 parteipolitische Kalkül. "Die Grünen haben derzeit viel einzustecken und versuchen vor diesem Hintergrund, die grünen Wähler zurückzugewinnen", so Stöver. "Es verärgert mich aber sehr, dass hier erneut zu Lasten der Interessen des Hamburger Südens diskutiert wird." Stöver mein, dass die  A26 für Harburg fast genauso wichtig sei, wie ein leistungsfähiger Schienenanschluss durch die U4 und ein S-Bahnring.

Ähnlich sieht es Hanno Huijssen vom ADAC-Hansa. Mit der Hafenpassage würde der Ost-West-Verkehr und der Hafenverkehr gebündelt und aus der Stadt gehalten. Besonders Harburg und Wilhelmsburg dürften von der A26 profitieren. Die Lärm- und Schadstoffbelastung durch den LKW-Verkehr würden spürbar sinken. zv