Harburg - Weitere Verwirrung um die Gebühren für die Nutzung von öffentlichen Flächen.

Den Veranstaltern des Festivals "Fight for Live" sind wie berichtet Gebührenbescheide in Höhe von mehreren tausend Euro zugestellt worden. Absender ist das Harburger Bezirksamt.

Die Bescheide haben Unmut ausgelöst. Die Fraktion der Linken forderte den Bezirk auf, die Gebühren zurückzunehmen. Dort sieht man sich an die Gebührenordnung gebunden. Heinke Ehlers, Fraktionsvize der Grünen, springt der Verwaltung an die Seite. "Eine Befreiung von diesen Gebühren kann nicht im Bezirk entschieden werden", so Ehlers. Damit kommt ein weiterer "Player" ins Spiel. Die Finanzbehörde. Die hatte  für Außengastronomie und Schausteller ein Gebührenerlass beschlossen. Aber eben nicht für Veranstalter wie Heimo Rademaker, Betreiber von Marias Ballroom, der mit federführend das Festival organisiert hatte.

Damit kommt ein dritter "Gebühren-Player" ins Spiel. Die Kulturbehörde. "Sie erstattet aber Gebühren, die vom Bezirk erhoben werden grundsätzlich im Nachhinein, völlig unabhängig von der derzeitigen Situation", so Ehlers.

"Stimmt", sagt Rademaker. In der Zuwendung, mit der die Veranstaltung in erheblichen Umfang unterstützt wurde, war ein Posten für Gebühren vorgesehen. Allerdings, so die Darstellung von Rademaker, sei in Vorgesprächen mit dem Bezirksamt geraten worden, einen Antrag auf Erlass der Gebühren zu stellen. Für ihn als Mit-Veranstalter klang das so, als sei es Formsache.

Ist es, wie sich jetzt herausstellt, aber nicht. Unter dem Strich weiß Rademaker nicht einmal, ob die Kosten für das Festival gedeckt sind, oder ob es ein Minus-Veranstaltung wird. Für ihn persönlich ist es ohnehin ein Zusatzgeschäft. Was an Einnahmen reinkommt, wird mit Zuwendungen für Marias Ballroom, der zwangsweise wegen der Pandemie geschlossen ist, verrechnet. Dabei geht es um reine Betriebskosten. Ein Unternehmerlohn für Heimo Rademaker ist dabei nicht vorgesehen.

Ohne die Gebühren wäre vielleicht auch etwas für Heimo übrig geblieben. "Man ist sich der Verantwortung bewusst Kulturangebote aufrecht zu halten", so Rademaker. Unternehmerisch hätter er aber "auch lassen können". Er bezieht als "Coronarbeitsloser" Hartz IV. zv