Harburg - Sie dürfen, aber sie können noch nicht. Viele Restaurantbetreiber sind von der plötzlichen Erlaubnis wieder zu öffnen regelrecht "überrumpelt" worden.

"Wir haben keinen Schalter, den man einfach auf an klickt", sagt Renzo Ferrario vom Silo 16 am Schellerdamm. "So eine Wiedereröffnung muss man vorbereiten." Ab Montag, den 18. Mai, soll der Gastraum wieder geöffnet werden.

Das Restaurant Leuchtturm an der Außenmühle wird, so verrät es ein Schild am Eingang, wird am 22. Mai wieder öffnen.

Das Restaurant Scharf  im Binnenhafen wird am Dienstag, 26. Mai, wieder öffnen. Der Grund: „Wir sind gerade dabei, das Restaurant und die Küche zu modernisieren. Deshalb müssen unsere Gäste noch etwas warten“, sagte Sven Oliver Scharf. Um die Abstände einzuhalten wird sein Restaurant zunächst mit rund 50 Prozent der 45 Plätze starten.

Freunde des Momento Di müssen sich länger gedulden. Erst am 16. Juni wird Kethees das Restaurant am Veritaskai wieder öffnen. "Wir sind überrascht, dass es so schnell geht. Wir haben gerade mit der Hausverwaltung abgestimmt, dass die Lüftungsanlage für die Küche erneuert wird und auch schon den Auftrag vergeben. Das lässt sich nicht mehr rückgängig machen", so Kethees. Auch der Boden soll neu gemacht werden. Das dauert eben.

Gestartet ist bereits das Eisvogel am Neuländer See. Dort hatte man auf den Tag hingearbeitet. Weil es dort nur Außenplätze gibt, war es bei dem aktuellen Wetter zur Wiedereröffnung recht ruhig. Deshalb schaut man auf die kommende Woche. Dann soll es wieder warm werden.

Im Landkreis hatte man sich ein paar Tage früher auf die Wiedereröffnung vorbereiten können. "Wir werden ab Donnerstag wieder am Start sein", sagt Carlos, der im Meinsbur in Bendestorf wirkt. "Zwei Tage haben wir für die Vorbereitungen gebraucht, um die Küche hochzufahren und den Gastraum herzurichten.

"Die Gastronomie muss von fast Null wieder hochfahren", meint Jörn Sörensen, Chef vom Handelshof, der viele Gastronomen beliefert. "Sämtliche frische Zutaten müssen erst einmal eingekauft werden, bevor geöffnet werden kann."

Die Anforderungen an die Gastronomie sind in Hamburg und in Niedersachsen hoch. Sitz- oder Stehplätze für die Gäste müssen so angeordnet sein, dass ein Abstand von mindestens 1,50 Metern zwischen den Gästen eingehalten wird oder andere geeignete Trennwände zwischen ihnen vorhanden sind. Auch beim Zugang der Gäste zum Lokal muss der Abstand regelhaft 1,50 Meter betragen. Mitarbeiter müssen beim Gästekontakt eine Schutzmaske tragen. Büffets dürfen nicht angeboten werden. Die Kontaktdaten der Gäste müssen registriert werden.

Platz ist daher das große Thema der Gastronomie. Im Silo 16 hat man die Terrasse erweitert. Außerdem werden, so die jetzigen Planungen, im Loungebereich gegenüber der Bar Esstische aufgestellt. Auch im Leuchtturm dürfte man mit dem Platz weniger Probleme haben. Das Restaurant verfügt über einen großen Saal.

Im Kultimbiss Bruzzelhütte an der Bremer Straße bietet man den Gästen besonders viel Platz im Außenbereich. 2,22 Meter Abstand lman zwischen den Tischen Platz. Das Essen wird allerdings nach wie vor aus der Klappe verkauft: "Das wird zu schnell zu eng in der Bruzzelhütte. Deswegen lassen wir das erstmal so" sagt Stefan Labann. "Wir werden die Gäste dann mit dem Megafon ausrufen, wenn ihr Essen fertig ist." Dort lief der Außerhaus-Verkauf die letzten Wochen ohnehin gut.

In vielen anderen Restaurants sieht man der Zukunft gespannt entgegen. "Wir hatten bereits viele Anrufe von Gästen, die reservieren wollen", sagt Ferrario vom Silo 16. "Jetzt hoffen wir, dass sie auch kommen." cb/zv