Neugraben - Nach zweijähriger Pandemiepause hat die HNT Irish Dance Academy eine erfolgreiche Rückkehr auf die Bühne gefeiert. Die 14 Tänzerinnen der Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft (HNT) nahmen am ersten Novemberwochenende an den 1st Western European Open Championships in Bonn teil. Dabei überzeugte das Team von Leiterin Anna Krüger in zahlreichen Solo- und Duo-Kategorien. Für die größte Freude sorgten aber die Erfolge in den Teamwettbewerben: Drei Meister- und zwei Vizemeistertitel machen das vergangene Wochenende zu dem erfolgreichsten in der Geschichte der HNT Irish Dance Academy.

Den letzten großen Erfolg gab es 2019. Damals waren es noch die German Open Championship. Diese offenen Deutschen Meisterschaften wurden nun von der World Irish Dance Association (W.I.D.A.) zu den Western European Open Championships aufgewertet. Das macht die Tänzerinnen der HNT nicht nur zu Deutschen, sondern auch zu dreifachen Europameisterinnen. Neben der nationalen Konkurrenz waren in Bonn auch Tanzschulen aus den Niederlanden, Belgien, Ungarn und der Schweiz dabei.

Vor den mitfiebernden anderen Tänzerinnen und einer kleinen Gruppe mitgereister Familien verteidigte das U16-Ceili-Team der HNT seinen DM-Titel von 2019. Auch das U11-Team konnte in den traditionellen Ceili-Tänzen seine Leistung wiederholen und wurde wie schon vor zwei Jahren Vizemeister. Erstmals traten die Hamburgerinnen bei den 4-Hand-Teams U16 an, und belegten nach zwei Runden mit Pflicht und Kür direkt die Plätze eins und zwei.

Den dritten Titel gab es in der Kategorie "Figure-Dance (all ages)". Hier wiederholten die HNTlerinnen ihren Erfolg von 2019 trotz einer sehr kurzen Probenzeit von nur drei Wochen für die Entwicklung und Einstudierung der anspruchsvollen dreieinhalbminütigen Choreografie. Das aus traditionellen Schritten und ständig wechselnden Figuren mit Showelementen zu moderner irischer Musik neu kreierte Stück "Return" wurde daher erst am Vorabend vor Ort im provisorischen Probenraum des Hotels fertig gestellt.

"Wie es am Ende komplett aussieht und vor allem die Wirkung der Kostüme, konnte ich vor dem Auftritt nur erahnen", sagte Anna Krüger lachend. "Für eine Kostümprobe war keine Zeit und in der Hotelgarage, die wir zum Üben nutzen durften, war es so eng, dass die Formationen kaum erkennbar waren".
Die Entscheidung zur Anmeldung einer großen Gruppe mit zwölf Tänzerinnen, von denen ein Viertel aufgrund des pandemiebedingten Ausfalls sämtlicher Wettbewerbe und Meisterschaften und monatelangem Trainingsverbots kaum Erfahrung hatte, vor Publikum zu tanzen, war erst am Tag der Anmeldefrist gefallen. Der Mut der Gruppe um Anna Krüger wurde aber mit dem Europameistertitel mehr als belohnt. (cb)