Harburg – Auch wenn es dieses Jahr kein echtes Vogelschießen der Harburger Schützengilde gibt: Am Montagabend wurde am Gildehaus auf dem Schwarzenberg der „Eiserne Vogel“ aufgesteckt. Es ist das sichtbare Zeichen dafür, das ein Vogelschießen stattfindet. Allerdings nur als interne Veranstaltung und ohne neuen König.

„Auch in diesem Jahr war es angesichts der Coronapandemie nicht möglich ein öffentliches Fest zu veranstalten oder einen Ausmarsch mit anschließendem Spargelessen zu organisieren. Die Planung und damit einhergehenden Verbindlichkeiten hätten im Februar dieses Jahres fixiert werden müssen. Zu diesem Zeitpunkt war die Lage aber noch viel zu unsicher“, sagt Nico Ehlers, Pressesprecher der Harburger Schützengilde und fügt hinzu: „Aus diesem Grund beschränken sich die Feierlichkeiten hauptsächlich auf interne Veranstaltungen. Im kommenden Jahr soll dann wieder größer gefeiert werden.“

Vor dem Aufstecken des Eisernen Vogels fand die traditionelle Kranzniederlegung zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder der Gilde statt. Hierzu wird in jedem Jahr ein Kranz am Denkmal unterhalb des Kaiserbrunnens niedergelegt.

Von dort aus marschierten die rund 50 Teilnehmer zur Harburger Friedenseiche, die 2022 150 Jahre alt wurde. Hier sprach Stefan Rather zu den Anwesenden. Er erinnerte an die Pflanzung vor 150 Jahren, als die Bürger Harburgs diese Eiche aus Sehnsucht nach Frieden pflanzten, was angesichts des  Krieges, der seit mehr als 100 Tagen in der Ukraine tobt, aktueller denn je sei.

Zum Ende der Rede enthüllte der bekannte Harburger Künstler Ralf Schwinge die von ihm angefertigte Ehrenscheibe, die Stefan Rather und Nico Ehlers anlässlich des 150. Geburtstages der Friedenseiche gestiftet haben. Der Erlös aus dem Wettkampf um die Ehrenscheibe soll einem guten Zweck gespendet werden, der aus der Ukraine geflüchtete Kinder und deren Familien begünstigt. Ralf Schwinge verkündete in diesem Rahmen, dass er zukünftig eng mit der Harburger Schützengilde zusammenarbeiten wolle, so habe er auch das Titelbild des diesjährigen Festbuchs gestaltet.

Im Anschluss an das Aufstecken des Eisernen Vogels hielten die Fahnenjunker der Gilde ihre Traditionsversammlung ab, in dessen Rahmen Ulrich Wittwer, Klaus-Jürgen Hübner und Konrad Seidel für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt wurden.

Besonders erfreulich war, dass der erst vor kurzem neu gewählte Vorstand um Bjarne Sahling (1.  Vorsitzender), Meno Samuel (2. Vorsitzender) und Mattes Sahling (Kassierer) gleich fünf aktive Neuaufnahmen vornehmen konnte. Die neuen Fahnenjunker sind Yusuf Yasar (26), Mirco Kleesiek (40), Aaron Vorpahl (23) und Jonas Kleinschmidt (20) und Christopher Butz (22). Die Fahnenjunker können damit an die sehr positive Entwicklung der vergangenen Jahre anknüpfen und gehen nun gestärkt in Richtung Zukunft und 500-jährigem Jubiläum.   (cb)

Zum Ende der Rede enthüllte Künstler Ralf Schwinge die von ihm angefertigte Ehrenscheibe, die Stefan Rather und Nico Ehlers anlässlich des 150. Geburtstages der Friedenseiche gestiftet haben. Foto: Christian Bittcher