Ratgeber - Der Online-Handel wächst. Inzwischen wird jeder fünfte Euro im Internet ausgegeben. Schon heute macht der Online-Handel zehn Prozent des gesamten Handelsvolumens in Europa aus. Experten erwarten bis zum Jahr 2025 einen Anstieg auf 40 Prozent. Doch mit dem Boom wachsen auch die Belastungen für Umwelt und Klima. Nach Angaben des Bundesumweltamtes fielen im Jahr 2018 227,5 Kilogramm Verpackungsmüll pro Kopf an. Ist Online-Shoppen überhaupt umweltfreundlich möglich? Experten meinen ja, es kommt nur auf das Verhalten sowohl der Verbraucher als auch der Onlinehändler an.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor

Das Thema Nachhaltigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Immer mehr Verbraucher wollen nachhaltig einkaufen und machen ihre Kaufentscheidung davon abhängig, wie nachhaltig ein Unternehmen arbeitet. Das trifft inzwischen auf 60 Prozent der Verbraucher weltweit zu. Nachhaltigkeit ist damit zu einem Wettbewerbsfaktor geworden. Und die Erwartungen der Verbraucher an die Nachhaltigkeit von Unternehmen steigen weiter.

Ein Vorbild in Sachen emissionsfreie Transporte

Wie das Thema Nachhaltigkeit im Transportsektor aussehen kann, zeigt beispielsweise das Schweizer Unternehmen Asendia. Asendia bietet E-Commerce-Paketlösungen für Onlinehändler an, die international verkaufen wollen. Der Dienstleister, der weltweit Pakete und Post transportiert, kompensiert alle Emissionen, die durch seine internationalen Transporte verursacht werden. Das gilt auch für die Transporte der Partnerunternehmen, für Paketrücksendungen, die eigenen Gebäude, Maschinen und Geschäftsreisen. Kompensiert werden die Emissionen durch Investition in Projekte zur Förderung erneuerbarer Energien und die Unterstützung lokaler Gemeinschaften und Kommunen. So werden beispielsweise Windprojekte zur CO2-Reduzierung oder der Erhalt von Böden und Wäldern gefördert.

Tipps für den Online-Handel

Asendia empfiehlt Onlinehändlern auf überflüssiges Verpackungsmaterial zu verzichten, wo immer das möglich ist. Die Kartongröße sollte der Liefermenge angepasst sein. Statt Standardgrößen sollte auf maßgeschneiderte Kartons gesetzt werden. Passgenaue Verpackungen benötigen kein Füllmaterial, um die Ware zu schützen. Damit spart man Müll und Geld. Kleinere Pakete reduzieren in der Regel auch die Versandkosten. Und das Verpackungsmaterial der Retouren lässt sich eventuell auch noch einmal verwenden. Auf jeden Fall sollten Onlinehändler auf umweltfreundliches Verpackungsmaterial achten. Das kommt auch beim Kunden besser an.

Darauf sollten Verbraucher achten

Verbraucher sollten beim Online-Einkauf darauf achten, dass sie nachhaltige Produkte bevorzugen. Die Onlinehändler müssen nicht zwangsläufig zertifiziert sein, sollten aber Produkte mit Bio-Siegel, Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen oder fair produzierte Produkte anbieten. Der grüne Online-Handel achtet auch darauf, seine Produkte emissionsneutral zu versenden. Das heißt, sie gleichen den durch den Transport entstehenden CO2-Ausstoß in irgendeiner Form wieder aus. Sie achten auf recycelbares Verpackungsmaterial und leisten ihren Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz. Um unnötige Wege zu vermeiden, muss der Lieferant sein Paket beim ersten Versuch abgeben können. Sollte man einmal nicht zu Hause sein, kann man einen freundlichen Nachbarn bitten, das Paket entgegenzunehmen. Mit einer entsprechenden Notiz an der Tür weiß der Lieferant auch gleich, wo er das Paket abgeben kann. Und zu guter Letzt sollte jeder Verbraucher im Interesse von Klima und Umwelt auf unnötige Rücksendungen verzichten. Die meisten Shops arbeiten mit Bildern in hervorragender Qualität, sodass man sich am Bildschirm für die richtige Farbe entscheiden kann. Auch die Größen sind standardisiert. Wer seine Größe nicht kennt, schaut in einem Kleidungsstück nach, das genau passt. Nur wenn etwas tatsächlich nicht in Ordnung ist, ist die Rücksendung erlaubt.