Ratgeber - Omas Sofa und Opas Schrank: Ganz so neu sind sie zwar nicht, dafür aber umso wertvoller. Denn neuerdings dreht sich alles um Vintagemöbel. Möbelstücke aus längst vergangenen Zeiten haben ihren ganz besonderen Charme, der sie zu echten Hinguckern macht. Doch wieso sind Vintagemöbel so sehr im Kommen und woran mag dies liegen?

Was bedeutet Vintage denn nun eigentlich?
Unter Vintage versteht man Gegenstände, die zwischen 1920 und 1980 hergestellt wurden. Um als Vintage bezeichnet zu werden, müssen Möbel alt sein.

Ansonsten spricht man von Retromöbeln: Diese Möbelstücke sind alten Designs lediglich nachempfunden und weisen bestimmte Merkmale auf, die für Vintagemöbel charakteristisch sind: Geschwungene Linien, spitz zulaufende Beine, Pastellfarben. Es gibt aber auch Retromöbel, die gebraucht wirken: In diesem Fall spricht man vom Vintage-Stil, da diese Möbelstücke zwar alt aussehen, es jedoch nicht sind.

Seit wann sind Vintagemöbel beliebt?
Der Vinatgetrend ist nichts Neues. Die Liebe zu alten Gegenständen kommt in Wellen, wobei sich die erste dieser Wellen auf die 1990er-Jahre bezieht.

Damals fanden die erste Nierentische und Sofas aus den 1950er- und 1960er-Jahren ihren Weg ins Wohnzimmer, wo sie ausgezeichnet zum modischen Flokatiteppich passten. Vor allem in Großbritannien und Frankreich konnte sich der Vintagetrend durchsetzen. Seit ungefähr 2010 sind Vintagemöbel so gut wie überall anzutreffen.

Was steckt hinter dem Trend zu Vintagemöbeln?
Heutzutage kaufen die meisten Menschen ihre Möbel bei großen Möbelhausketten. Der Geschmack wird von allgemeinen Trends diktiert und bietet kaum Freiraum für Fantasie. Ganz anders verhält es sich mit Vintagemöbeln, die man als Reaktion auf alles Moderne werten könnte.



Vintagemöbel kommen oftmals farbenfroh und ausgefallen daher: Ein mit Samt überzogenes Sofa oder ein pastellfarbener Schrank mit ungewöhnlichen Knäufen sind keine Seltenheit. Außerdem sticht bei Vintagemöbeln sofort die Qualität ins Auge: Hat ein Stück bereits mehrere Jahrzehnte unbeschadet überstanden, kann man von hochwertigen Materialien und einer einwandfreien Verarbeitung ausgehen. 

Somit sind Vintagemöbel auch nachhaltig, da keine zusätzlichen Ressourcen verschwendet werden. Immer mehr Menschen sehen Möbel und andere Einrichtungsgegenstände als eine Möglichkeit, ihren individuellen Geschmack zum Ausdruck zu bringen.

Vintagemöbel sind hierfür besonders geeignet, da es sich in der Regel um Einzelstücke handelt. Außerdem fügen sie sich in jeden Wohnstil ein. Dabei kann es sich um Stücke für Wohnzimmer, Küche oder Schlafzimmer handeln. Sie verleihen jedem Raum eine besondere Note und sorgen für eine spezielle Atmosphäre.

Welche Vintagemöbel stehen besonders hoch im Kurs?
Es gibt echte Klassiker, die heute ebenso aktuell sind wie zu ihrer Entstehungszeit. Dazu zählen beispielsweise folgende Möbelstücke:

- Nierentisch
- Sofa
- Büffet
- Schminktisch mit Spiegel
- Tütenlampe
- Cocktailsessel

Der Nierentisch zählt zu den ersten Möbelstücken, die einem beim Begriff „Vintage“ in den Sinn kommen. Der Tisch zeichnet sich durch seine abgerundete Form aus und eignet sich wunderbar als Beistelltisch, auf dem Kaffee, Notebook und Zeitschriften Platz finden.



Der Look eines Vintage-Sofas hängt von seinem Alter ab: Möbelstücke aus den 1960er-Jahren beeindrucken durch ihre geometrische Form, während ein Sofa aus den 1970er-Jahren dank seines grafischen Musters garantiert auffällt. Wer sich eine schicke Note fürs Ess- oder Wohnzimmer wünscht, kommt um Vintage-Büffets nicht herum. 


Die Möbelstücke erfüllen gleich mehrere Aufgaben: Man kann das Büffet als Fernsehtisch oder Ablage benutzen und gleichzeitig Geschirr unterbringen.

Tütenlampen erfreuen sich seit den 1950er-Jahren anhaltender Popularität und sind nach wie vor in der einen oder anderen Form in vielen Haushalten zu finden. Auch der Cocktailsessel gehört zu den Vintage-Möbelstücken, ohne die viele Interieurs einfach nicht auskommen.