Ratgeber - Im Gesundheitssystem stellen Medikamente einen beachtlichen Kostenfaktor dar. Pro Jahr betragen die Medikamentenkosten für die gesetzlichen Krankenkassen so im Durchschnitt mehr als 28 Milliarden Euro. Dabei werden von den Versicherten selbst im Bereich der Zuzahlungen noch einmal rund zwei Milliarden Euro ausgegeben.

Daher haben sowohl Patienten als auch Versicherungen ein großes Interesse daran, die Kosten für Medikamente zu reduzieren. Dies ist auf unterschiedlichen Wegen möglich. Beispielsweise profitieren Patienten häufig von den wesentlich günstigeren Preisen, die eine Apotheke im Internet bietet.

Kostenreduzierung durch Rabattverträge

Zwischen vielen Krankenversicherungen und Herstellern von Arzneimitteln bestehen sogenannte Rabattverträge. In der Regel beziehen sich diese auf Generika, in einigen Fällen jedoch auch auf Originalpräparate. Diese Arzneimittel sind dann zu fest vereinbarten, günstigeren Preisen erhältlich.

Möchte ein gesetzlich-versicherter Patient in der Apotheke ein entsprechendes Rezept einlösen, prüft der Apotheker, ob die zuständige Krankenkasse in diesem Fall einen Rabattvertrag abgeschlossen hat. Falls kein Rabattvertrag vorliegt, gilt die sogenannte Aut-Idem-Regelung. Entweder muss das verordnete Arzneimittel – falls auf dem Rezept das entsprechende Feld angekreuzt ist – oder eines der günstigsten Generika angeboten werden.

Eine größere Freiheit hinsichtlich der Wahl der Medikamente besteht für Ärzte und Privatpatienten. In diesem Fall kann der Arzt ein bestimmtes Präparat vorgeben, sodass kein Austausch durch den Apotheker erfolgen muss. Für die Mitglieder der privaten Krankenversicherung lohnt sich die Erkundigung nach günstigeren Generika durchaus: Wenn ihre Ausgaben für Arzneimittel sinken, geben die privaten Krankenversicherungen diese Einsparungen oft an ihre Mitglieder über den Beitragssatz weiter.

Festbeträge für Arzneimittel

Um ihre Ausgaben für Medikamente zu senken, arbeiten die gesetzlichen Krankenkassen außerdem mit Festbeträgen. Das bedeutet, dass durch die Versicherung für viele Medikamente nur noch ein festgelegter Betrag erstattet wird.

Ausschlaggebend für die Berechnung des Festbetrages sind die Kosten für das günstigste Arzneimittel, welches eine vergleichbare Wirkung oder den gleichen Wirkstoff aufweist. Kostet das Präparat, das von dem Patienten oder dem Arzt verordnet beziehungsweise gewünscht wird, mehr, muss die Differenz von dem Patienten aus eigenen Mitteln gezahlt werden.

Für Ärzte besteht die Pflicht, ihre Patienten bei den Festpreis-Arzneimitteln auf die eventuellen Mehrkosten hinzuweisen. So bekommen sie die Möglichkeit, sich nach günstigeren Alternativen zu erkundigen. Eine Nachfrage lohnt sich daneben auch in der Apotheke, denn Reimporte oder Generika erhalten die Patienten oft nur, wenn sie explizit danach fragen. Voraussetzung für die Ausgabe ist jedoch wieder, dass auf dem Rezept die „Aut Idem“-Option angekreuzt ist.

Parallel- und Reimporte von Medikamenten

Sparpotential bieten seit einigen Jahren auch Parallel- und Reimporte. Unter den Reimporten werden Medikamente verstanden, die zwar in Deutschland produziert, dann jedoch in ausländischen Märkten vertrieben wurden. Diese Medikamente werden durch die Apotheken wieder im Ausland eingekauft und in Deutschland angeboten.

Durch die eventuell geringeren ausländischen Mehrwertsteuersätze und generell günstigeren Preise, können Patienten die Reimporte wesentlich günstiger, als die herkömmlichen deutschen Arzneimittel erwerben. Das gleiche Prinzip gilt auch für Parallelimporte – diese werden allerdings im Ausland hergestellt.

Sparen bei rezeptfreien Medikamenten

Ein Preisvergleich ist darüber hinaus jedoch auch immer im Bereich der rezeptfreien Medikamente empfehlenswert.

Die Preisspanne bei den sogenannten OTC-Präparaten, zu denen zum Beispiel Mittel gegen Kopfschmerzen gehören, kann nämlich äußerst groß ausfallen. Daneben finden sich günstigere Alternativen der frei verkäuflichen Arzneimittel oft auch bei den Herstellern von Generika. dl