Ratgeber - Die aktuelle Krise setzt dem Arbeitsmarkt zu. Vor allem Betriebe aus dem Gastronomie- und Hotelgewerbe klagen über hohe Umsatzeinbußen.

Für den Großraum Hamburg, der bei Touristen und Ausflugsgästen sehr beliebt ist, stellt das eine starke Belastung dar. Viele Menschen, die in dieser Branche arbeiten, sehen sich von Arbeitslosigkeit bedroht oder sind bereits davon betroffen, so auch in Harburg. Der Verlust des Arbeitsplatzes kann aber auch die Möglichkeit für einen Neubeginn bedeuten. Denn die derzeitige Lage hat auch neue Chancen geschaffen.

Selbstständigkeit wagen

Vor allem der Bereich der Internetdienstleistungen und Webshops bietet sich für eine selbstständige Tätigkeit an. Beide haben gemeinsam, dass sie voll auf die fortschreitende Digitalisierung setzen. Die Eintrittshürden sind für Neueinsteiger sehr gering. Man benötigt nur eine Gewerbeanmeldung sowie eine Steuernummer vom zuständigen Finanzamt Hamburg-Harburg, einen Laptop oder PC und natürlich einen gut gestalteten Internetauftritt. Der Verkauf von Waren gelingt auch mit einer rein digitalen Ladenfläche – natürlich müssen genügend Ware und ein geeigneter Lagerraum vorhanden sein. Selbstständige sollten sich zudem von Beginn an Gedanken über geeignetes Marketing machen. Sinnvoll ist eine Kombination verschiedener Maßnahmen, zum Beispiel Social-Media-Marketing sowie der regelmäßige Versand eines professionell gestalteten, ansprechenden Newsletters an Interessenten. Dafür muss man kein Schreibgenie sein, denn inzwischen gibt es auf dem Markt Newsletter-Software mit vielen unterstützenden Funktionen. Zudem ist es sinnvoll, sich mit anderen Selbstständigen zu vernetzen und so Synergien zu schaffen. Das ist beispielsweise über die Existenzgründerinitiative Startup Port“ möglich. Ganz gleich, ob man Produkte aus eigener Herstellung oder Dienstleistungen anbietet: Das Internet ermöglicht Menschen, die kürzlich ihren Arbeitsplatz verloren haben, vielversprechende Wege, sich neu zu etablieren. Die Agentur für Arbeit am Harburger Ring unterstützt Arbeitslose bei ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Es gibt Förderprogramme, zudem kann man sich hier auch über Anschubfinanzierungen informieren. Für junge Unternehmensgründer gibt es spezielle Unterstützungsleistungen.

Hilfsgelder nutzen

Aber wie sieht es aus, wenn man schon ein Gewerbe hat, das derzeit jedoch unter mangelnden Aufträgen und Umsatzeinbußen leidet? Für die vielen kleineren Gastronomen, Händler und Handwerker gibt es Unterstützung vom zuständigen Gewerbeamt der Stadt. Gewerbetreibende können etwa über einen Hilfsfonds ein Überbrückungsdarlehen beantragen. Der Bund stellt dafür ein Hilfspaket mit über 50 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Gelder können dafür genutzt werden, das digitale Angebot des eigenen Geschäfts auszubauen oder Rechnungen zu begleichen. Das Darlehen kann aber nur von Selbstständigen abgerufen werden, den Angestellten hilft es nicht unmittelbar. Doch wenn das Geld dem Arbeitgeber aus dem Umsatzminus hilft, kommt das natürlich auch seinen Mitarbeitern zugute. Das dürfte für viele kleine Läden und Betriebe in Harburg gelten.

Umschulung machen

Einige Branchen erleben hingegen derzeit einen Aufschwung und suchen händeringend nach Personal. Dies gilt beispielsweise für die häusliche Betreuung sowie für medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser, die insbesondere gelernte Kräfte benötigen. Von den rund 1000 Harburgern, die derzeit ohne Arbeitsplatz sind, könnten somit einige in Pflege- und Gesundheitsberufen unterkommen. Schwer haben es aber vor allem ungelernte Arbeitnehmer. Die Agentur für Arbeit empfiehlt ihnen, jetzt die Zeit für eine Ausbildung oder Umschulung zu nutzen. Auch hierbei kann sie mit Fördergeldern unterstützen. dl