Ratgeber - Bitcoin machte spätestens vor drei Jahren auf sich aufmerksam, als der bislang stärkste Kursanstieg der Geschichte

zu einem Wert von über 16.700 Euro Mitte Dezember führte. Die Folge war eine immer höhere Nachfrage nach den Coins, die auf der sogenannten Blockchain-Technologie basieren. Doch diese Blockchain hat viel mehr zu bieten als nur Bitcoin - auch in der Hansestadt.

Anwendung geht über Kryptowährungen hinaus

Die Blockchain bietet mit ihren unendlich erweiterbaren Datensätzen die perfekte Basis, eine hohe Sicherheit innerhalb eines Netzwerks zu erzielen. Das liegt unter anderem daran, dass sämtliche Datensätze in Form von Blöcken kryptografisch miteinander verkettet sind. Streuwert, Zeitstempel und sämtliche Transaktionsdaten werden auf einem Block gespeichert, sodass diese äußerst sicher ist. Das dezentrale System der Blockchain sorgt dafür, dass möglichst viele Teilnehmer an der korrekten Buchführung beteiligt sind. Ihre erste Anwendung fand die Blockchain laut Coincierge mit der Bitcoin, die man sogar per PayPal kaufen kann. Die besonders schnelle Methode benötigt nicht einmal unbedingt eine Wallet zur Aufbewahrung der Münzen, wenn etwa mit Differenzkontrakten gehandelt wird. Auch in Hamburg wurde Bitcoin im Verlauf der Jahre immer beliebter. So bieten mittlerweile 15 Hamburger Unternehmen Alltagskäufe per Bitcoin an. Unter diesen befinden sich zum Beispiel eine Pizzabäckerei und ein Taxiunternehmen.

Längst geht die Nutzung der Blockchain jedoch über Kryptowährungen hinaus. Vor allem der digitale Markt der Zukunft könnte voll auf die moderne Technologie setzen. Wie Iris Plöger vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) betont, seien vor allem die niedrigen Zutrittsbarrieren und geringe Kosten für den grenzüberschreitenden Handel große Pluspunkte. Insbesondere in Städten wie Hamburg, wo der Handel eine große Rolle spielt, könnte diese Tatsache für Unternehmen und Organisationen vor Ort praktische Folgen haben. Der Zoll würde sich ebenfalls bedanken, entstünde doch durch die Blockchain die Möglichkeit zur Zertifizierung von Maschinen und Werkzeugen sowie deren Wert. In der gleichen Art und Weise würde der Containertransport künftig von umfangreicher Papiernutzung absehen, die fehleranfällig ist.

Auch Lebensmittelmarkt kann Blockchain nutzen

Wer in seinem Harburger Edeka oder Rewe einkaufen geht, denkt nur selten an die langen Wege, die Lebensmittel oftmals zurücklegen müssen, ehe sie in den Regalen der Supermärkte landen. Indem alle Beteiligten der Lieferkette in einer Blockchain dokumentiert werden, können sowohl Kosten als auch Zeit gespart werden. Zudem steigt das Vertrauen, da es keinen separaten Akteur mehr geben müsste, wie es zuvor etwa Banken oder Aufsichten waren. Alle wichtigen Informationen sind schließlich für alle Teilnehmer der Blockchain öffentlich zugänglich. Durch verschiedene Zugriffsrechte kann so von der Saat bis zum Endverbraucher jedem Schritt die nötige Bedeutung beigemessen werden. Erkennt der Verbraucher nun den genauen Weg des Steaks von der Weide bis ins Hamburger Kühlregal, steigt auch hier die Zufriedenheit.

Die Weiterentwicklung der Blockchain hängt demnach vor allem vom Bedarf der lokalen Unternehmen und der großen Konzerne ab. Diese erhalten durch die Automatisierung und einfachere Nachvollziehbarkeit vieler Vorgänge nämlich eine bessere Übersicht über ihre Tätigkeiten. Da jedoch auch der Verbraucher in vielerlei Hinsicht von der Technologie profitieren kann, sollte die Weiterentwicklung auf jeden Fall ein zentrales Ziel der betroffenen Akteure sein.