Ratgeber - Als Apples Bezahlservice Apple Pay Ende 2018 in Deutschland eingeführt wurde, war der Dienst mehr ein Nischenprodukt als eine Lösung für den Massenmarkt. Lediglich eine Handvoll Banken unterstützte Apple Pay, der Erfolg in Deutschland galt aufgrund der großen Verbreitung der Bankkarte als nicht gesichert. Inzwischen führen aber immer mehr deutsche Banken Apples Bezahlsystem im Angebot, auch in der Region. Die Sparkasse Harburg-Buxtehude zum Beispiel konnte erst kürzlich vermelden, dass man nun offizieller Partner des Bezahldienstes sei. Für Anleger bedeutet die zunehmend größere Verbreitung von Apple Pay aber auch, dass ein Kauf von Aktien des kalifornischen Tech-Giganten lukrativer wird. Hat sich der Erfolg des Services bereits auf Apples Aktienpreis ausgewirkt?
 
Positive Effekte für Trader
Für die Kunden ist es vor allem die Simplizität, mit der Dienste wie Apple Pay funktionieren, aufgrund welcher sie gerne mit Smartphone oder Smartwatch bezahlen. Das sind nicht nur für Apple positive Nachrichten, sondern auch für Trader aus der Region, die in Aktien des Unternehmens investiert haben. Besonders das Trading von Top-Aktien, wie jenen der amerikanischen GAFA-Unternehmen (Google, Apple, Facebook und Amazon), wird unter Anlegern zunehmend beliebter, da die Hürden für den Einstieg in den Aktienhandel mit jedem Jahr weiter sinken. Nicht nur können Anlagen inzwischen schnell und leicht über das Internet gekauft werden, wohingegen früher oft noch der persönliche Besuch einer Bank notwendig war, auch neue Konzepte wie das Social Trading erleichtern die Investition. Hier können die Anleger beim Online-Investment auf das Wissen anderer Trader zurückgreifen, deren Portfolios ansehen und sich gegenseitig austauschen. So erwirtschaftet die Intelligenz der Masse insgesamt höhere Renditen als die Strategie eines Einzelnen. Dazu kommen die seit Jahren anhaltende wirtschaftliche Stärke Deutschlands und auch lokal der Harburger Region, sowie der starke DAX, der viele Neuanleger an die Börse lockt.

Auswirkung auf Aktienkurs
Apple Pay ist ein Multimilliarden-Geschäft, weshalb auch die Anleger in Deutschland kauffreudiger werden. Neben den Sparkassen haben beispielsweise auch die Volksbanken angekündigt, ab nächstem Jahr deutschlandweit Apple Pay zu unterstützen. Ebenso sind seit Dezember 2019 die Commerzbank und die Norisbank offizielle Partner Apples. Auch aufgrund von Apple Pay steigt die Aktie des amerikanischen Unternehmens seit Jahren an. Notierte AAPL vor fünf Jahren noch bei lediglich 90 Dollar pro Aktie, ist der Wert der Unternehmensanleihen inzwischen auf über 250 Dollar gestiegen. Das liegt vor allem an Apples neuer Ausrichtung: Wurde unter Firmengründer Steve Jobs noch hauptsächlich auf den Verkauf von Hardware gesetzt, will Nachfolger Tim Cook vor allem die Service-Sparte stärken. Denn auf den über einer Milliarde iOS Geräten des Herstellers lassen sich auch sehr gut Musikstreaming (Apple Music), Nachrichten (Apple News) und eben Bezahlservices wie Apple Pay vermarkten.
 
Mehr als 380 Millionen Nutzer
Bei den weltweiten Nutzerzahlen spielt Apple Pay jedenfalls bereits oben mit: Statista spricht davon, dass es Ende 2018 253 Millionen aktive Nutzer des Dienstes gab. Anfang des Jahres soll es dann laut anderen Branchen-Berichten bereits rund 383 Millionen Geräte gegeben haben, auf denen Apple Pay aktiv war. Das sind beeindruckende Zahlen. Durch das kontinuierliche Hinzufügen neuer Banken zum Service wird die Anzahl der aktiven Nutzer in Zukunft weiterhin steigen - auch in Harburg dürfen sich viele Kunden über die Nachricht, dass die Sparkassen nun ebenfalls offizieller Partner Apples sind, gefreut haben. Möglicherweise wird also auch in der Region das Bezahlen mit dem Smartphone bald Standard - spätestens, wenn ab nächstem Jahr dann auch Institute wie die lokalen Volksbanken nachziehen.