Ratgeber - Do it Yourself ist ein Trend, der seit längerer Zeit in verschiedenen Lebensbereichen an Bedeutung gewinnt. Nachdem

das Heimwerken und Basteln in den achtziger und neunziger Jahren etwas aus der Mode kam, greifen nun wieder viele Frauen und Männer in ihrer Freizeit zum Werkzeug, um sich Möbel zu bauen, schicke Kleidungsstücke zu nähen oder individuelle Geschenke zu basteln.

Ein Grund für den DIY-Trend besteht darin, dass sich viele Menschen statt industriell gefertigter Massenware einzigartige Dinge wünschen, die kein Zweiter besitzt. Gleichzeitig ist das Basteln, Kochen, Backen oder Stricken ein effektiver Ausgleich zur meist abstrakten Berufstätigkeit am Computer oder Schreibtisch. Kreativ sein und etwas mit den eigenen Händen schaffen - das ist anregend und entspannend zugleich.

Und auch beim Genuss geben sich viele nicht mehr mit Fertiggerichten und standardisierten Geschmacksrichtungen zufrieden. Die Zahl der Hobbyköche und -konditorinnen wächst seit Jahren und beim Dampfen liegt das Do it Yourself-Prinzip ebenfalls voll im Trend. Wer sich sein eigenes Liquid mischen möchte, kann Geschmack, Eigenschaften des Dampfes und den Nikotingehalt individuell bestimmen und nach Lust und Laune experimentieren.

Was sind E-Liquids?

Als E-Liquid wird die Flüssigkeit bezeichnet, die im Heizer einer E-Zigarette verdampft wird. Der entstehende Dampf wird inhaliert oder gepafft. Im Handel wird eine große Auswahl von Liquids mit unterschiedlicher Zusammensetzung angeboten. In der Regel sind im Liquid Propylenglycol, Glycerin, Wasser, Aromen und Nikotin enthalten.

Propylenglycol und Glycerin

Propylenglycol (PG) und pflanzliches Glycerin (VG) fungieren im E-Liquid als Trägerstoffe. Beim Verdampfen sorgen diese Stoffe für den Nebel, den die Mehrzahl der Nutzer von E-Zigaretten beim Inhalieren als sehr angenehm empfindet. Hinzu kommt, dass die im Liquid enthaltenen Trägerstoffe hygroskopisch wirken. Das heißt, sie ziehen Wasser aus der Umgebungsluft an. Durch diesen Effekt wird die Dichte des Dampfes zusätzlich erhöht. Beim Glycerin ist der hygroskopische Effekt ausgeprägter als beim Propylenglycol.

Das Mischungsverhältnis von Propylenglycol und Glycerin hat entscheidenden Einfluss auf den Dampfgenuss und auf die Viskosität des Liquids. Fließeigenschaften des Liquids und Leistung der E-Zigarette müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Fließt nicht genügend Liquid nach, besteht die Gefahr, dass die Heizwendel trockenläuft (Dry-Hit). Erfahrene Dampfer achten deshalb auf große Nachflusslöcher am Herzstück der E-Zigarette, dem Verdampferkopf. Denn Verdampferköpfe mit großen Nachflusslöchern können auch Liquids mit hohem Glycerin-Anteil ohne das Risiko des Trockenlaufens verdampfen.
Propylenglycol hat vor allem die Aufgabe, Aromen und Nikotin zu transportieren. Allerdings verursacht dieser Bestandteil des E-Liquids möglicherweise eine Dehydratation der Mundschleimhaut, was einige Konsumenten als unangenehm empfinden. Darum geht der Trend verstärkt zu Liquids mit höherem Glycerin-Anteil.

Aromen

Für den Geschmack des Dampfes sind die Aromen verantwortlich, die dem E-Liquid zugesetzt werden. Die Auswahl ist riesig, denn theoretisch kann jedes Aroma verwendet werden, dass mit dem Trägerstoff mischbar ist. Umsteiger von der Tabakzigarette bevorzugen oft Tabakaromen, die aus Tabakpflanzen gewonnen werden oder synthetisch nachgebildet wurden. Beliebt sind ebenfalls Aromen, die auch in der Lebensmittelindustrie verwendet werden. Schokolade, Minze, exotische Früchte oder phantasievolle Mischungen - für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Nikotin

Auf die anregende Wirkung des Nikotins wollen viele Dampfer nicht verzichten. Seit 2016 sind die Hersteller von Liquids verpflichtet, den Nikotingehalt in Milligramm pro Milliliter anzugeben. Die Höchstmenge ist vom Gesetzgeber auf 20 mg /ml beschränkt.

Was bedeutet selbst mischen?

Statt Fertigmischungen zu verdampfen, ist es ebenfalls möglich, sich sein E-Liquid selbst zu mischen.

Benötigt werden dazu:

Base (der Trägerstoff)
Aroma nach Wahl
Bei Bedarf Nikotinkonzentrat (sogenannte Nikotin Shots)
Lebensmittelechte Tropfflasche mit Skala
Spritze oder Pipette zur sauberen Entnahme von Base und Aromen
Tropffeste Unterlage und Einmalhandschuhe

Base, Aroma und Nikotinkonzentrat werden im gewünschten Mischungsverhältnis in die Tropfflasche gegeben und gründlich miteinander vermischt. Alternativ ist es möglich, auf die gleiche Weise verschiedene Fertigmischungen kreativ miteinander zu kombinieren. Im Internet gibt es Mischtabellen, die bei ersten Versuchen wertvolle Anhaltspunkte für geeignete Mischverhältnisse geben.

Warum mischen Dampfer ihre Liquids selbst?

Es gibt viele gute Gründe, warum sich immer mehr Dampfer ihre E-Liquids selbst mischen.

- Die kleine Mühe lohnt sich aus finanzieller Sicht. Für 10 ml eines Fertig-Liquids zahlt der Konsument mindestens 4 - 5 Euro. Das ist preisgünstiger als das Rauchen von Tabakzigaretten, doch es gibt noch mehr Sparpotential. Wer Base, Aroma und Nikotin separat kauft und sein E-Liquid selbst mischt, zahlt für 10 ml circa 1 - 2 Euro.

- Wer selbst mischt, hat hinsichtlich Geschmack und Nikotingehalt volle Freiheit. Es macht Spaß, kreativ immer wieder mit kleinen Mengen zu experimentieren, um kreative Eigenkompositionen zu entwickeln.

Wer selbst mischt, weiß, was er dampft

Selbst aktiv zu werden und maßgeschneiderte Lösungen zu finden, die in jeder Hinsicht zum individuellen Bedarf passen - dieser Trend wird in Zukunft auch beim Thema E-Zigarette und Liquid eine wichtige Rolle spielen. Wer sich sein Liquid selbst mischt, weiß genau, was er verdampft und kann seiner Experimentierlust freien Lauf lassen. Außerdem lässt sich durch das Selbstmischen mancher Euro sparen. Wer von seiner Nikotinabhängigkeit loskommen will, profitiert ebenfalls. Beim Selbstmischen kann der Nikotingehalt in kleineren Schritten als bei handelsüblichen E-Liquids reduziert werden.