Ratgeber - Während man Geldscheine druckt, müssen Bitcoins durch das sogenannte Mining generiert werden. Dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem

Rechenleistung benötigt wird, um Transaktionen verarbeiten wie sichern zu können. Ein Prozess, der viel Strom benötigt. Zudem ist das System so ausgelegt, dass der Rechenaufwand in naher Zukunft steigt.

Preisexplosion sorgt für ein wieder größer werdendes Interesse

Folgt man einer Analyse der Investment JP Morgan, so bewegte sich der Strompreis pro Bitcoin im letzten Jahr bei rund 4.000 US Dollar. Aufgrund der Tatsache, dass der Bitcoin unter die 4.000 US Dollar-Marke gerutscht ist, wurde der Mining-Prozess für zahlreiche Betreiber unrentabel. Am Ende hat sich das Betreiben der Rechner nur noch in China gelohnt. Dort haben die Miner den günstigen Kohlestrom direkt von den industriellen Kraftwerksbetreibern bezogen.

Aufgrund der Tatsache, dass der Preis des Bitcoin wieder gestiegen ist, befassen sich nun wieder mehr Menschen mit der Kryptowährung - einerseits wird über Bitcoin Code investiert, andererseits auch überlegt, Bitcoins zu schürfen. Lag der Bitcoin nämlich noch zu Beginn des Jahres bei 3.500 US Dollar, so durchbrach die Kryptowährung im Juni die 10.000 US Dollar-Grenze und kratzte sogar kurze Zeit an der 14.000 US Dollar-Hürde.

Der Bitcoin ist aber nicht nur die Mutter aller Kryptowährungen, sondern zudem auch die wohl klimaschädlichste wie auch schmutzigste Währung auf dem Planeten. So hat eine Studie der Technischen Universität München ergeben, dass der Energieverbrauch der Miner einen globalen CO2-Ausstoß von 22 Millionen Tonnen CO2 erzeuge. Dänemark kommt auf einen jährlichen Ausstoß von rund 35 Millionen Tonnen CO2.  

Niedrige Strompreise locken Miner an

Aber nicht nur in China gibt es viele Miner - auch im Iran leben zahlreiche Bitcoin-Fans. Dies deshalb, weil von Seiten der staatlichen Energieanbieter immer wieder Sondertarife für Fabriken angeboten werden; zudem werden auch Moscheen wie Schulen kostenlos mit Strom versorgt. Das ist auch der Grund, warum die Bitcoin-Miner ausgesprochen kreativ sind, wenn es darum geht, den richtigen Standort für ihre Rechner-Farmen zu finden.

Das Bitcoin-Mining wird in naher Zukunft jedoch deutlich schwieriger werden. So hat Tavanir, ein staatlicher Energienetzbetreiber, nach der Schließung zweier nichtgenehmigter Bitcoin-Rechenzentren, in denen rund 1000 Rechner aufgestellt waren, mitgeteilt, dass man mit Staatsstrom keine Bitcoins schürfen darf.

1000 Bitcoin-Rechner scheinen in China keine wesentliche Rolle zu spielen - hier gibt es Rechenzentren, in denen mehrere Zehntausend Computer betrieben werden. Die Betreiber beziehen den Strom über Kraftwerke, die deswegen gebaut wurden, um energieintensive Industrien mit Strom zu versorgen.

Im Frühjahr ziehen die Betreiber mit ihren Rechenzentren temporär in den Südwesten des Landes - genauer gesagt nach Sichuan. Das Frühjahrshochwasser macht den Strom aus den Wasserkraftwerken nämlich ausgesprochen billig.

Der immer höher werdende Stromverbrauch wird aber von Seiten der chinesischen Politik wohl nicht mehr länger hingenommen werden. Immer wieder drohen die Politiker an, Betriebe schließen zu wollen.

Ein Blick in die Zukunft

Würden tatsächlich Betriebe geschlossen werden, so hätte das aber wohl keine Auswirkungen auf die Stabilität des Netzwerkes sowie auch nicht auf die Zahl der verfügbaren Coins. Das Bitcoin-System ist nämlich derart ausgelegt, dass das Generieren neuer Bitcoins immer schwieriger und auch energieintensiver wird, je mehr Rechner sich beteiligen. Somit wäre es, zumindest theoretisch, energieeffizient, wenn die Betreiber der Mining-Farmen Bitcoins bekommen würden, weil sie sich eben nicht am Netzwerk beteiligen.

Wenn die chinesischen Miner ihren Betrieb einstellen würden, könnte der Energiebedarf um rund 70 Prozent gesenkt werden - es würden aber genauso viele Bitcoins wie bisher geschürft werden. Aufgrund der Tatsache, dass das System jedem offen steht, ist es unmöglich, hier für nachhaltige Veränderungen zu sorgen.

Der Energieaufwand, sofern der Bitcoin das Tempo halten kann, wird zudem weiter steigen - und zwar so lange, bis die Stromkosten wieder dem Preis des Bitcoin entsprechen. Erst dann wird der Mining-Prozess unrentabel.

Aufgrund der Tatsache, dass nur 21 Millionen Coins erzeugt werden können, wird - so die Berechnungen - der Kreislauf im Jahr 2032 enden. In diesem Jahr sind rund 99 Prozent aller Bitcoins errechnet; der Mining-Prozess ist dann endgültig unrentabel geworden.