Ratgeber - Eine Zigarre zu rauchen, ist für Aficionados etwas ganz Besonderes – nichts, was man jeden Tag macht. Anlässe für den Genuss einer Zigarre

sind zum Beispiel Feiern oder ein erfolgreicher Geschäftsabschluss. Heute kann jeder Volljährige zur Zigarre greifen. Das war nicht immer so. Lange Zeit waren Zigarren nur Auserwählten vorbehalten. Doch woher stammt eigentlich die Zigarre und seit wann zählt sie in unseren Breitengraden als Genussmittel?

Der Ursprung der Zigarre liegt irgendwo in Südamerika

Die Geschichte der Zigarre beginnt mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwo in Südamerika. Vor mehreren Tausend Jahren wurde hier bereits Tabak geraucht – zunächst mit Pfeifen, später in Form gedrehter Stangen. Das Rauchen diente anfangs weniger dem Genuss. In erster Linie half der Rauch bei der Heilung Kranker oder bei der Kontaktaufnahme zu den Göttern, die von indianischen Priestern und Häuptlingen angebetet wurden. Bis die Zigarre nach Europa kam, sollte es noch viele Jahre dauern.

1492: Christoph Kolumbus entdeckt Amerika und die Zigarre

Als der italienische Seefahrer Christoph Kolumbus zum Ende des 15. Jahrhunderts in See stach, um den Seeweg nach Indien zu finden, entdeckte er nicht nur einen neuen Kontinent, sondern auch die Zigarre. Der Legende nach war Kolumbus der erste Europäer, der jemals eine Zigarre geraucht hat. Er war es auch, der die Rauchware nach Europa brachte. Nachdem sich das Genussmittel ab dem 16. Jahrhundert auf dem europäischen Kontinent ausbreitete, eroberte es im 18. Jahrhundert auch Nordamerika. Dort entstanden viele große Tabakplantagen, die die eigene sowie die europäische Bevölkerung mit Tabak versorgten. In Europa wurde das Zigarre-Rauchen im 19. Jahrhundert zunehmend populärer.

Zigarre vs. Zigarette

Im Zuge der Industrialisierung stiegen Herstellungsmengen und Beliebtheit von Zigarren in Europa weiter an. Die Zigarrenproduktion entwickelte sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Einen großen Einschnitt in ihrer Popularität erlebte die Zigarre, als die ersten Zigaretten auf den Markt kamen. Diese konnten zum einen günstiger und schneller hergestellt werden und eigneten sich zum anderen auch für den kontinuierlichen Genuss.

Seit den letzten Jahrzehnten wenden sich jedoch immer mehr Genießer wieder den gerollten Tabakblättern zu. Zigarrenliebhaber organisieren sich in Vereinen und Clubs und zelebrieren den Rauchgenuss hochwertiger Tabakwaren.

Die bedeutendsten Zigarren-Herkunftsländer befinden sich in Lateinamerika

Da der Ursprung der Zigarren mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwo auf dem südamerikanischen Kontinent zu finden ist, ist es nicht verwunderlich, dass sich hier, in der Karibik und in Zentralamerika die heute bedeutendsten Zigarren-Herkunftsländer versammeln. Die exklusivsten Premiumzigarren der Welt werden in Kuba hergestellt. Wichtige Unternehmen sind zum Beispiel Cohiba und Montecristo. Ebenfalls sehr beliebt sind dominikanische Zigarren, eine wichtige Marke ist hier Davidoff. Auch Nicaragua und Honduras zählen als wichtige Zigarren-Herkunftsländer.

Mit welchen Zigarren in den Rauchgenuss einsteigen?

Wer auf dem Gebiet des Zigarrengenusses noch unerfahren ist, sollte es ruhig angehen lassen. Für Einsteiger empfehlen sich Zigarren aus der Dominikanischen Republik oder Honduras. Diese zeichnen sich in der Regel durch ein mildes Aroma aus. Würzige und starke Tabakwaren sollten zunächst gemieden werden. Zudem ist es wichtig, langsam zu rauchen und mit einer kurzen Rauchdauer zu beginnen. Man muss sich erst daran gewöhnen und kann sich dann nach und nach steigern.