Ratgeber - Gut jeder zweite Hamburger erkrankt im Alter an Presbyopie, also Altersfehlsichtigkeit. Statt korrigierenden Operationen wählen viele Betroffene

Korrekturbrillen - oft aus Kostengründen. Ab dem 40. Lebensjahr bemerkt ein Großteil aller Menschen altersphysiologische Veränderungen der Augen. Die altersbedingten Elastizitätsverluste der Linse erschweren Anpassungen der Brechkraft, wodurch Dinge in der Nähe unscharf erscheinen. Die Brechkraft im Nahbereich reicht bei einer verhärteten Linse nicht mehr aus, um Licht zu bündeln.

Durch die Implantation sogenannter Multifokallinsen lassen sich Alterssichtigkeit sowie gleichzeitig bestehende Kurz- und Weitsichtigkeit korrigieren. Die Implantate bestehen aus mehreren Kunststoffringen mit verschiedener Brechkraft. Zur Wiederherstellung des physiologischen Sehbereichs verteilen sie einfallendes Licht auf einen Brennpunkt für die Nahsicht und einen Fernsichtbrennpunkt. Pro Auge nimmt die Operation eine Viertelstunde in Anspruch und kostet in darauf spezialisierten Hamburger Kliniken etwa 3.000 Euro. Gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich an den anfallenden Kosten in der Regel nicht. Für Senioren mit der in Hamburg üblichen Durchschnittsrente von rund 800 Euro ist die Gesamtsumme von rund 6.000 Euro eine hohe Belastung.

Deshalb entscheiden sich viele Betroffene gegen die Operation und wählen stattdessen Gleitsichtbrillen, mit denen man die Alterssichtigkeit korrigieren kann. Diese sind im Fachhandel erhältlich und mit Preisen von etwa 200 bis 400 Euro um ein Vielfaches günstiger. In der Vergangenheit waren viele Alterssichtige auf eine Lesebrille und eine zusätzliche Brille für den Fernbereich angewiesen, womit Einbußen im Hinblick auf den Lifestyle verbunden waren. Heute benötigt man auch bei Alterssichtigkeit mit zusätzlich bestehender Kurzsichtigkeit nur noch eine einzige Brille. Gleitsichtbrillen lösen das Problem, weil beide Gläser einen fern- und einen nahsichtoptimierten Bereich aufweisen. Nicht nur der Kostenfaktor bewegt Betroffene dazu, sich gegen eine Linsenimplantation zu entscheiden. Implantierte Multifokallinsen liefern nicht dieselbe Bildqualität, die physiologische Linsen im Zusammenspiel mit Sehhilfen bieten.

Oft gehen die Implantate mit Kontrastverlusten und Blendempfindlichkeit einher. In einigen Fällen bleibt eine Restfehlsichtigkeit bestehen, wodurch nach der Operation manchmal weiterhin eine Brille oder eine nachkorrigierende Augenlaseroperation erforderlich ist. Manche Patienten erleben nach geraumer Zeit eine Trübung der Linsen und müssen diesen Nach-Star mit einem weiteren Eingriff korrigieren. Auch Risiken wie Infektionen oder Hornhauttrübungen schrecken viele Alterssichtige von der Linsenimplantation ab. Hamburger Optiker bezeichnen Gleitsichtbrillen mittlerweile als Hauptumsatzquelle. So tendieren viele Menschen ab 40 Jahren zur Gleitsichtbrille, um trotz altersphysiologischen Linsenveränderungen den Durchblick zu bewahren. Im Direktvergleich mit der Operation sind diese Korrekturbrillen zuverlässiger, weniger risikoreich und günstiger. dl