Ratgeber - Wer das Wort „Blockchain“ hört, denkt mittlerweile automatisch an Kryptowährungen. Doch die Technologien hinter den virtuellen Währungen

können deutlich mehr, also nur ein Zahlungsmittel zur Verfügung zu stellen. Die Blockchain hat viele Vorteile, die zum Beispiel im Bildungssektor für enorme Vorteile sorgen können. Sogenannte dApps sind dezentrale Anwendungen, die auf der Blockchain basieren und jene Technologien für alle Menschen zugänglich machen sollen. Die Blockchain bietet hier unendlich viele Möglichkeiten!

Eigenschaften der Blockchain

Die Blockchain-Technologie hat einen entscheidenden Vorteil bei der Speicherung von Einträgen: Sie ist unverfälschlich. Wird eine Transaktion durchgeführt, wird dieses Ereignis darin eingetragen und kann nicht mehr verändert werden. Dadurch sind die Daten in der Blockchain besonders vertrauenswürdig. Dies kann in vielen verschiedenen Bereichen genutzt werden. Zusätzlich sind die meisten Blockchain-Technologien dezentral. Das bedeutet, dass es keine Institution gibt, die Transaktionen regelt oder die Ereignisse auf der Blockchain steuern kann. So ist jeder Nutzer gleichwertig. Bisher wurde diese Technologie vor allem für Geldtransaktionen genutzt. Wer für seine Überweisungen den Service einer Bank nutzt, vertraut dabei auf die Verlässlichkeit der Institution und muss dafür Gebühren entrichten. Gehen die Transaktionen ins Ausland, kommt es oft zu langen Wartezeiten und deutlich höheren Gebühren. Hier sollen Kryptowährungen Abhilfe schaffen. Mit Währungen wie Litecoin sind Transaktionen günstig und schnell, ohne dass eine Bank mit ins Spiel kommt. Außerdem könnten Kryptowährungen schon bald auch jenen Menschen Transaktionen ermöglichen, die von dem Banksystem ausgeschlossen sind – wie zum Beispiel die ärmsten Bevölkerungsschichten in Teilen Afrikas.

Andere Anwendungsgebiete

Während der Boom der Kryptowährungen lange Zeit wie eine Finanzblase erschien, die eigentlich aus keinem reellen Wert bestand, zeigt sich erst jetzt der echte Nutzen von Blockchain-Technologien. In den Schlagzeilen der Kryptowährung News findet man jeden Tag neue Projekte, die die Vorteile jener Technologien anpreisen. Im Bildungssektor kann die Blockchain beispielsweise das Problem falscher Lebensläufe effektiv lösen. So könnten Bildungsinstitute, Schulen und Universitäten schon bald alle Zertifikate und Abschlüsse in einem Blockchain-System eintragen und somit für immer unveränderlich festhalten. Ein solches System wäre extrem zuverlässig und würde zukünftigen Arbeitgebern die Mühe ersparen, Ausbildung und Berufserfahrungen von Bewerbern zu recherchieren und auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Über die Blockchain könnten aber auch Lerninhalte geteilt werden. Statt unübersichtlichen Lernplattformen, auf denen unzählige Daten verloren gehen, könnte ein einheitliches System entstehen, auf dem jeder hochgeladene Beitrag für immer chronologisch festgehalten bleibt. Neue, spannende Ideen entstehen auch bei Entwickler-Events wie dem EOS-Hackathon, der bislang vier Mal veranstaltet wurde. Die Vielfalt der Projekte, die innerhalb weniger Stunden dabei entstanden, machen deutlich, wie viel Potential in der Blockchain steckt. In Hongkong gewann beispielsweise ein Team mit der Idee eines „ID Pass“, der Weltenbürgern ohne Wohnsitz eine Möglichkeit bietet, sich auszuweisen, ohne Dokumente zu benötigen, die nur im eigenen Land ausgestellt werden. Daneben gab es etliche Projekte, die Smart Contracts für jegliche legale Situationen zur Verfügung stellten, Anti-Phishing-Software und vieles mehr. Die Anwendungsgebiete der Blockchain sind tatsächlich endlos.

Die Blockchain-Technologie bringt unzählige neue Software-Lösungen mit sich. Diese neuen Möglichkeiten scheinen Entwickler beflügelt zu haben, denn beinahe täglich erfahren wir von neuen Ideen, die unser Leben erleichtern sollen. Wir sind gespannt, was uns die Blockchain noch alles bringen wird!