Ratgeber - Harburg ist eine sportbegeisterte Stadt. Vor allem Hockey ist ein beliebter und erfolgreicher Sport in unserer Region. Aber

auch andere Sportarten wie Polo oder Volleyball ziehen viele Zuschauer in ihren Bann. Aber ganz vorne steht natürlich immer noch der Fußball. Insbesondere die umliegenden Vereine aus der zweiten Bundesliga ziehen wöchentliche Tausende Fans aus der Umgebung in ihre Stadien. Ganz vorne mit dabei sind natürlich der HSV und St. Pauli. Seitdem der Bundesliga-Dino in der zweiten Bundesliga spielt, hat das Derby zwischen den beiden Hamburger Clubs noch einmal eine ganz besondere Brisanz bekommen. Wir wollen schauen, wie sich die beiden Hamburger Vereine bisher in der zweithöchsten deutschen Spielklasse schlagen.

Das Debüt für den HSV in der zweiten Liga

Am Ende der letzten Saison war es (endlich) soweit – der HSV musste erstmals in seiner Vereinsgeschichte den Gang in die zweite Liga antreten. Jahrelang hat sich das Bundesliga-Gründungsmitglied zuvor krampfhaft in der Liga gehalten und wurde schon scherzhaft zum „Relegationsmeister“ gekürt. Nun hat es den HSV aber doch erwischt und Fans wie Verantwortliche gleichermaßen wollen das Beste aus der Situation machen.

Dementsprechend hoffnungsvoll war auch die Stimmung zum Auftakt. Bei der ersten Mannschaft war die Hütte beim ersten Spiel prall gefüllt. Doch die krachende Heimniederlage am ersten Spieltag vor ausverkauftem Haus holte die Hanseaten direkt auf den Boden der Tatsachen zurück. Nach dem Spiel äußerte sich Kapitän Lewis Holtby deutlich: „Es ist desaströs, und es tut mir für jeden Einzelnen leid hier. Es war das erste Saisonspiel, wir haben auf die Fresse bekommen und müssen es jetzt besser machen - weil so geht es nicht.“, so der Führungsspieler im Interview mit dem NDR. Und tatsächlich scheinen die harten Worte ihr Ziel gefunden zu haben. Seit der Niederlage zu Saisonbeginn haben die Hanseaten keine Punkte mehr abgegeben und konnten zuletzt vier Siege in Folge feiern. Darauf folgte jedoch ein herber Rückschlag in Form von Jahn Regensburg. Nach einem enttäuschenden 0:5 mussten sich die Hamburger vorerst wieder von der Tabellenspitze trennen.

Nur HSV im DFB Pokal weiter

Von den beiden Hanseatischen Clubs konnte es nur der HSV in die zweite Runde schaffen. Gegen den Regionalligisten TUS Erndtebrück lieferte man sich mit dem 3:5 ein aufregendes Pokalspiel mit glücklichem Ausgang für den HSV. Weniger erfolgreich lief es für den FC St. Pauli. Gegen Wehen Wiesbaden schied man nach Verlängerung mit einer knappen 2:3 Niederlage aus. Wie es das Schicksal so will, hat die Auslosung den Wiesbadenern auch den zweiten Hamburger Verein beschert. Die Partien der zweiten Runde werden Ende Oktober am 30.10. und 31.10.18 ausgetragen. Zwar gilt der HSV in dem Spiel gegen den Drittligisten Wiesbaden als Favorit, auf den Sieg des Turniers werden den Hanseaten allerdings kaum Chancen ausgerechnet. Wie in der Liga, liegen auch hier (Stand 24.09.), die Bayern mit einer Betway Quote von 2,10 vorne. Hamburg kann in dieser Tabelle aufgrund der Zweitligaposition gar nicht erst gefunden werden und müsste sich wohl erst gegen die ganz Großen in ein paar Runden durchsetzen.

Der durchwachsene Start des FC St. Pauli

Der Saisonauftakt lief für den FC St. Pauli eigentlich nach Maß. Im ersten Spiel der Saison konnte man beim 1. FC Magdeburg mit dem 2:1 Erfolg drei Punkte entführen. Auch am zweiten Spieltag zeigte das Team von Trainer Markus Kauczinski beim 2:0 im heimischen Millerntor Stadion gegen Darmstadt 98 eine überzeugende Leistung. Den ersten richtigen Dämpfer gab es dann am dritten Spieltag gegen Union Berlin. Die Berliner schossen die Kiezkicker regelrecht aus dem Stadion und übernahmen nach den 4:1 kurzzeitig die Tabellenführung. Im anschließenden Heimspiel gegen den 1. FC Köln setzte es die nächste Derbe Klatsche. Nach einem, für neutrale Zuschauer furiosem Spiel, stand es am Ende 3:5 für die Kölner. Nach der Länderspielpause sorgte eine erneute Niederlage gegen Erzgebirge Aue für Unruhe bei Spielern, Fans und Verantwortlichen. Mit 12 Gegentoren nach fünf Spieltagen schlugen die Führungsspieler Alarm. Gegenüber der Hamburger MoPo räumte Christopher Buchtmann ein, dass die Mannschaft teilweise „zu lieb“ sei und galliger agieren müsse. Die Worte des Mittelfeldspielers scheinen Gehör gefunden zu haben. In Folge konnte der FC Ingolstadt mit 0:1 besiegt werden. Mit dem Erfolg fuhr man die ersten drei Punkte seit dem zweiten Spieltag. Diese sollen einen Befreiungsschlag für das Team bedeuten. Mittelfeldspieler Johannes Flum zeigte sich nach der Partie erleichtert: „Wir standen schon enorm unter Druck nach den letzten Wochen, aber ein Kompliment an die Mannschaft, wie wir damit umgegangen sind.“ Zum Matchwinner avancierte der Japaner Ryo Miyaichi, der das entscheidende Siegtor für die Kiezkicker erzielte.