Ratgeber - Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden unserer modernen Zeit. Statistisch gesehen

hat jeder Zweite von uns schon eimal mit Rückenbeschwerden zu tun gehabt. Sehr häufig handelt es sich dabei um einen Hexenschuss oder einen Bandscheibenvorfall, Rückenbeschwerden, von denen beinahe jeder schon einmal gehört hat. Weit weniger geläufig ist den meisten jedoch die Spinalkanalstenose, auch Wirbelkanalverengung genannt.

Eine solche Verengung des Wirbelsäulenkanals kann verschiedene Ursachen haben, der häufigste Grund sind jedoch degenerative Veränderungen von Wirbelkörpern, Wirbelgelenken, Bändern oder Bandscheiben. Ist die Wirbelsäule in irgendeiner Form instabil, kann der Körper versuchen, diese Instabilität durch Knochenneubildungen an den Wirbelkörpern auszugleichen. Diese sogenannten Osteophyten können dann zu einer Verengung des Wirbelkanals führen. Auch vorgefallene oder nach hinten gewölbte Bandscheiben können zu einer solchen Verengung führen. Darüberhinaus kann eine Spinalkanalstenose aber auch durch eine schlecht ausgebildetete Rückenmuskulatur, langjährige Fehlhaltungen, Überbelastungen, Bewegungsmangel und genetische Veranlagung begünstigt werden. Häufig tritt eine Verengung des Wirbelkanals auch im Zuge der natürlichen Alterung auf.

Wie äussert sich eine Spinalkanalstenose?

Eine Spinalkanalstenose muss nicht zwangsläufig mit Schmerzen einhergehen. Tatsächlich verläuft sie bei vielen Menschen über einen langen Zeitraum schmerzlos oder bleibt auf Grund ausbleibender Schmerzen lange unbemerkt. Schmerzen entstehen erst dann, wenn die Verengung des Wirbelsäulenkanals soweit fortgeschritten ist, dass erhöhter Druck auf Nerven, Rückenmark, Bänder und Blutgefäße ausgeübt wird. Wird der Druck zu groß, können die Nerven regelrecht gequetscht werden. Um eine dauerhafte Nervenschädigung zu vermeiden, sollte eine Spinalkanalstenose daher immer therapiert werden.

Wie andere Rückenerkrankungen auch äussert sich die Spinalkanalstenose durch Rückenschmerzen. Besonders typisch sind dabei Schmerzen, die vom Rücken in die Beine ausstrahlen sowie Taubheitsgefühle in den Beinen oder im Gesäß. Für viele Betroffene wird längeres Gehen zur Qual, da die Schmerzen zu stark werden. Erleichterung verschafft ein Vornüberbeugen oder Sitzen, da diese Positionen den Wirbelkanal weiten und somit den Druck von den Nerven nehmen. Zwar kann eine Spinalkanalstenose im gesamten Wirbelsäulenbereich auftreten, am häufigsten betroffen ist jedoch die Lendenwirbelsäule. Um sicherzustellen, dass es sich bei den Ursachen für die auftretenden Schmerzen tatsächlich um eine Wirbelkanalverengung handelt, werden in der Regel Kernspin- oder Computertomographie genutzt.

Behandlungsmöglichkeiten

Solange eine Spinalkanalstenose noch nicht zu weit fortgeschritten ist, empfiehlt sich zunächst immer eine konservative Behandlung. Im Rahmen dieser Therapie können je nach Grad der Stenose verschiedene Maßnahmen wie etwa eine Schmerz- oder Injektionstherapie, Physiotherapie zur Stärkung der Rücken- und Rumpfmuskulatur, Wärmetherapie oder Elektrotherapie zum Einsatz kommen. Bei leichteren Beschwerden kann es sich zudem empfehlen, den Rücken für einige Zeit konsequent zu schonen.

Nicht immer kann eine Spinalkanalstenose jedoch durch konservative Maßnahmen geheilt werden. Ist sie zu weit fortgeschritten und drohen dauerhafte Nervenschädigungen, sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Dabei ist das Ziel, die betroffenen Nervenbereich zu entlasten und den Spinalkanal zu weiten. So kann beispielsweise eingengendes Material entfernt oder der Wirbelkanal durch verschiedene Methoden geweitet werden.

Befindet sich die Spinalkanalstenose im Bereich der Halswirbelsäule, wird ein solcher Eingriff in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt, im Bereich der Lendenwirbelsäule kann er jedoch häufig auch minimal-invasiv durchgeführt werden. Der Vorteil der letzteren Methode ist, dass die Patienten meist bereits am Folgetag der Operation wieder aufstehen und sich bewegen können. Im Anschluss an eine erfolgte Spinalkanalstenose Operation folgen eine Reha oder Physiotherapie.