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Harburg - Jeder Bürger hat dafür Sorge zu tragen, dass seine Umgebung sauber bleibt. Für Müll, der dennoch auf

So sorgt die Stadtreinigung Hamburg für saubere StraßeStraßen und Gehwegen landet, ist die Straßenreinigung zuständig. Was für Verbraucher nach einer einfachen Tätigkeit aussieht, ist in Wahrheit ein logistisch kompliziertes Unternehmen. Ein Blick ins Sortiment des Hamburger Unternehmens Jungheinrich offenbart zahlreiche Kehrmaschinen: manuell, elektrisch, Mitgänger, Aufsitzer. Grundstücksbesitzer, die ihre Privatstraße kehren müssen, sind mit diesen perfekt bedient. Doch wie geht man vor, wenn mehr als 10.000 Kilometer Straße und Gehweg gesäubert werden müssen?

Die Stadtreinigung Hamburg steht vor genau dieser Herausforderung und begegnet ihr mit etwas über 30 großen Kehrmaschinen und Fahrzeugen für die Gehwegreinigung. 7.700 Kilometer Straße und 3.200 Kilometer Geh- und Radweg fallen in den Zuständigkeitsbereich der Stadtreinigung. Zusätzlich werden etwa 10.000 Papierkörbe und mehr als 600.00 Mülltonnen aus den privaten Haushalten geleert. Wöchentlich zählt die Stadtreinigung mehr als 31.000 Leerungen der Papierkörbe. Um die Mülltonnen abzuholen, sind Abfuhrfahrzeuge mit einem Gewicht von 27 Tonnen im Einsatz. Sie sorgen für 450.000 Leerungen pro Woche.

Eines der Fahrzeuge fährt sogar voll elektrisch. Besonders umweltfreundlich sind auch die Müllfahrräder, die seit 2017 im Einsatz sind. Bei den Rädern handelt es sich um Elektro-Lastenfahrräder, die mit einem 100-Liter-Mülleimer, Besen und Kehrschaufel bestückt sind. Sauberkeit ist subjektiv. Wie hält man also eine Stadt so sauber, dass jeder zufrieden ist? Um einen objektiven Überblick über die Sauberkeit der City zu bekommen, bedient sich die Stadtreinigung eines cleveren Systems, dem sogenannten DSQS (Datenbanksystem zur Qualitätssicherung in der Straßenreinigung). In der Datenbank werden alle Straßen erfasst und nach Verschmutzungsgrad eingestuft. Die Stadtreinigung nutzt eine Skala von 1 bis 30, wobei 1 "porentief rein" bedeutet und 30 "stark verschmutzt".

Jeden Tag kontrollieren speziell geschulte Mitarbeiter stichprobenhaft die Stadtgebiete und tragen ihre Einschätzung in die Datenbank ein. Die Stadtreinigung strebt in allen Gebieten einen Durchschnittswert von 10 an. Momentan liegen die Werte bei 8,3 bis 9,3. Die Datenbank wird seit 2008 eingesetzt und zeigt, dass die Stadt schon messbar sauberer geworden ist. Doch natürlich kann es immer zu Ausnahmen kommen. Dafür wurde die Hotline "Saubere Stadt" ins Leben gerufen. Bürger, die eine starke Verschmutzung entdecken, können die Servicenummer anrufen und die Vermüllung melden. Innerhalb von drei Tagen wird diese dann von Sondereinsatzkräften der Stadtreinigung entfernt.

In der Lüneburger Straße stehen seit Januar 2018 nicht nur Papierkörbe, sondern auch solarbetriebene Pressen, die bis zu siebenmal mehr Abfall aufnehmen als ein herkömmlicher Straßenmülleimer. Die Stadt investiert also viel, um für mehr Sauberkeit zu sorgen. Doch auch die Bürger sind dazu angehalten, ihren Abfall in dafür vorgesehene Behälter zu tun und nicht achtlos auf die Straße zu werfen. Wer Verschmutzungen sieht, kann auch selbst mit anpacken und sie beseitigen, wie jüngst einige Helfer im Rahmen der Aktion "Hamburg räumt auf". Ganze 20 Müllsäcke sammelten sie aus Harburgs City zusammen.