New York5

Ratgeber - Anleger und Experten warten gespannt auf die anstehenden Quartalszahlen. Obwohl sie nur in den USA

vorgeschrieben sind, haben sich auch die meisten deutschen Aktiengesellschaften dem Trend zur Veröffentlichung angeschlossen.

Die Quartalszahlen sind eine Bewertung von Finanzexperten und Journalisten, wie sie den Zustand der jeweiligen AG einschätzen. Die Berichte zeigen Gewinne und Verluste, wo das Unternehmen investiert und woher das eingenommene Geld stammt. Dadurch entsteht nicht nur mehr Transparenz als im von den Firmen geschriebenen Halbjahresbericht und der Jahresbilanz, die Anleger haben auch breitere Informationen an der Hand, um über Käufe und Verkäufe zu entscheiden.

Selbst bei Riesen wie Pepsi oder Apple sind die Quartalszahlen ein entscheidender Faktor für die Aktienkurse. Als in einem Quartal 2012 die Einnahmen von Apple hinter den Erwartungen zurückblieben, gab es unerwartet viele Aktienverkäufe, und der Kurs brach um fünf Prozent ein.

Auch bei den langfristigen Anlagen, die gerade im virtuellen Bereich zum Tragen kommen, sind die vierteljährlichen Zahlen von Interesse, was die künftige Entwicklung angeht. Das gilt auch für Mitbewerber, die anhand der Berichte Schlüsse ziehen können, welches Unternehmen in welche Richtung geht, wo Entwicklungsschwerpunkte liegen und wo eventuelle noch nicht gefüllte Nischen sind.

Für Aktionäre bestimmen die Quartalszahlen auch die Dividenden-Ausschüttung, die die Anleger bei der Stange halten und so Aktienverkäufe und Kursverluste verhindern soll.

Leichte Schwankungen sind allerdings stets zu erwarten, aber je mehr politische Instabilität die Märkte beeinflusst, desto mehr Geduld und gute Nerven brauchen die Anleger.

Das gilt unter anderem für Fresenius Medical Care, die mit ihren Dialysegeräten zum Großteil den US-Markt beliefert. Trotz der anhaltende Debatten um Änderungen im dortigen Gesundheitswesen stieg die Aktie 2017 im DAX um neun Prozent.

Adidas absolvierte den Endspurt zum Jahreswechsel mit einem Kursplus von 11,3 Prozent und wartet in diesem Jahr darauf, wie sich das Unterstützen von Belgien, Frankreich und Kolumbien bei der Weltmeisterschaft in Russland auswirkt

Der Software-Konzern SAP war zumindest laut Börsenwert Ende 2017 der größte deutsche Konzern, obwohl die Kurszunahme von 12,8 Prozent von Experten zum Teil auch Siemens‘ Schwäche zuzuschreiben war.

Der Versicherungskonzern Allianz brachte es auf stattliche 22 Prozent Kursplus und belohnte seine Aktionäre mit einer Rendite von 4,2 Prozent.
Die Deutsche Post AG profitierte kräftig vom Boom in Online-Shopping und den resultierenden Paketen – ein Plus von 27 Prozent.

Chip-Hersteller Infineon legte um 38 Prozent zu und kam damit auf Platz vier unter den stärksten Aktien des Jahres.

Auf Platz eins kam nach einem echten Höhenflug die Lufthansa, die um satte 150 Prozent zulegen konnte. Bei einem Kurswert von rund 31 Euro endete das Flugunternehmen das Jahr 2017. Seitdem allerdings hat wieder ein gewisser Abwärtstrend eingesetzt, und die Aktie bewegt sich derzeit zwischen 22 und 24 Euro, was sich aber nach den Quartalszahlen rasch ändern kann.

Infineon steht etwas höher als noch zum Jahreswechsel und wird von den meisten Experten noch immer als gute Anlage angesehen. Seit 2008 hat die Aktie im Jahresschnitt um 24,5 Prozent zugelegt. Wer damals 10.000 Euro investiert hat, kann sich heute über einen Investmentwert von mehr als 89.000 Euro freuen. Die im Mai veröffentlichten Quartalszahlen zeigten ein Umsatzplus von vier Prozent auf 1,84 Milliarden Euro für den Halbleiterkonzern auf.

Zu den als sehr zuverlässig eingeschätzten Unternehmen ist zum Beispiel Pepsi, für die bereits vorab ein leichter Aufwärtstrend prognostiziert wird. Pepsi veröffentlicht seine Quartalszahlen am 10. Juli und lieg zurzeit mit einem Aktienkurs von um die 92 Euro deutlich über dem 52-Wochen-Tief von 80,91 Euro. Das 52-Wochen-Hoch lag allerdings noch darüber, bei 105,23 Euro.