Harburg - 76 seit Anfang des Jahres begangene Straftaten werden Eldin E. zugerechnet. Erst jetzt wurde er aus dem Verkehr gezogen.

Der 20 Jahre alte taubstumme Analphabet sitzt nicht in Haft. Er wurde nach einem Diebstahlsversuch in Harburg in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

Bislang waren alle Versuche ihn wegzusperren gescheitert. In Stade, wo Justiz und Polizei für ihn nach den Richtlinien des Jugendstrafrechts zuständig sind, hatte man zuvor keine Chance gesehen den Mann zu stoppen. Ein Gutachten hatte ihm attestiert, dass ihm nicht klar gemacht werden kann, was ihm vorgworfen wird. Das wäre nach der hiesigen Rechtssprechung aber nötig, um ihn strafrechtlich verfolgen zu können.

Am Freitag hatten Zivilfahnder den 20-jährigen Mazedonier im Parkhaus an der Hörstener Straße gestellt, nachdem er eine Frau bestehlen wollte. Der Mann hatte sein Opfer durch das Parkhaus verfolgt. Als die Frau in ihr Auto stieg und ihre Handtasche auf dem Sitz ablegte, versuchte er die Beifahrertür aufzureißen, um die Tasche zu stehlen. Ähnlich war er bereits bei früheren Taten vorgegangen. Die Frau hatte offenbar geahnt, dass der Mann etwas vor hatte. Bevor er die Tür öffnen konnte, hatte die Frau sie von innen verriegelt.

Diesmal war die Polizei zur Stelle. Die Beamten waren im Rahmen eines Schwerpunkteinsatzes in dem Parkhaus. In Parkhäuser an den Bahnhöfen der S-3 lagen die Tatorte, die ihm zugerechnet werden. Nach seiner Festnahme wurde Eldin E. einem Amtsarzt vorgeführt, der ihn in die Psychiatrie einwies. Später bestätigte ein Richter den Unterbringungsbeschluss.

Von den 76 bekannten Straftaten hatte der 20-Jährige 44 im Bereich Stade und 33 im Bereich Harburg und Neugraben begangen. zv